Digital Life
01.03.2012

isoHunt: Musikindustrie bedroht freies Internet

Die beliebte Torrentsuchmaschine hat auf die Klage von 26 Plattenlabels in Kanada geantwortet und wirft der Musikindustrie nun vor, Grundrechte auf Kosten von Umsätzen zu beschneiden.

Die beliebte Bittorrent-Suchmaschine isoHunt hat in einer Stellungnahme auf die Vorwürfe der Urheberrechtsverletzung reagiert und dabei kurzerhand den Spieß umgedreht: nicht nur, dass isoHunt keine Bedrohung für die Musikindustrie darstellen würde, die Copyright-Lobby selbst würde die Freiheiten von Millionen Internetnutzern weltweit bedrohen. Das berichtet der Blog TorrentFreak. isoHunt muss sich derzeit einer Klage von 26 großen Plattenlabels in Kanada stellen, da dort die Server der US-amerikanischen Betreiber stehen.

Existenzbedrohende Klagen
Die Klage wurde bereits 2010 eingereicht und hat sich seitdem ihren Weg bis zum Höchstgericht durchgekämpft. Nun hoffen die 26 Kläger, zu denen auch die "großen Vier" Sony, EMI, Warner und Universal zählen, auf die Schließung der Seite sowie ingesamt 4 Millionen US-Dollar als Schadenersatz. Der Betreiber von isoHunt, Gary Fung, wehrt sich nun mit allen Mitteln gegen die Klage. Allerdings war Fung bereits 2009 nicht gelungen, ein US-amerikanisches Gericht von der Legalität seiner Seite zu überzeugen. Damals klagte die Motion Picture Association of America stellvertretend für zahlreiche amerikanische Filmstudios die Suchmaschine und bekam schlussendlich Recht. Um den US-amerikanischen Gesetzen zu entgehen, verlegte man aber bereits Anfang 2007 seine Server nach Kanada und konnte so auch weiterhin den Betrieb aufrecht erhalten.