USA
12/17/2010

IT-Manager in Insiderhandel verwickelt

In den USA wurde am Donnerstag gegen vier Mitarbeiter von namhaften Technologieunternehmen Anklage erhoben. Sie stehen im Verdacht Insiderinformationen an eine Beratungsfirma verkauft zu haben.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft spricht von einer regelrechten Verschwörung. Nach ihren Ermittlungen hat eine Beratungsfirma Beschäftigte des Apple-Zulieferers Flextronics, des Computerbauers Dell und der Halbleiterkonzerne AMD sowie TSMC angeheuert und mit Investoren zusammengebracht. In Telefonaten sollen die Insider dann über Neuentwicklungen geplaudert haben.

"Das war keine Marktforschung"

"Das war keine Marktforschung", sagte die leitende FBI-Beamtin Janice Fedarcyk. "Was die Angeklagten getan haben, war die Beschaffung und der Verkauf von Insiderinformationen." Und dies ist verboten. Derartige Infos verschaffen Investoren unzulässige Vorteile, die sie an der Börse in bares Geld ummünzen können. So ist der Apple-Kurs dank des bombastischen Erfolgs von iPhone und iPad alleine in diesem Jahr von 210 auf 320 Dollar hochgeschossen.
Im Falle von Apple sollen die Hedgefonds-Manager schon Monate vor dem Erscheinen über kursrelevante Informationen verfügt haben. Der Tippgeber beim Zulieferer Flextronics soll dafür mehr als 22.000 Dollar kassiert haben.

Erstes Geständnis

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Berater James Fleishman, der festgenommen wurde, inzwischen aber gegen die Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß ist. Er heuerte nach Ansicht der Staatsanwälte die Experten aus den Elektronikfirmen an. Insgesamt sollen die Mitarbeiter von Apple, Dell, AMD und TSMC zusammen mehr als 400.000 Dollar für ihre Dienste bekommen haben. Der Dell-Mitarbeiter hat bereits gestanden.

(dpa)