Digital Life
01.03.2012

Kim Schmitz: "Die können nicht gewinnen"

Der deutsche Megaupload-Gründer Kim Schmitz, auch bekannt als Kim Dotcom, hat seit seiner Verhaftung sein erstes Interview gegeben. Im New Zealand Herald wirft er der US-Justiz Irreführung und Böswilligkeit vor.

Der deutsche Megaupload-Gründer Kim Schmitz hat die Anschuldigungen der US-Justiz gegen ihn als „irreführend“ und sogar „böswillig“ zurückgewiesen. Einen Prozess gegen ihn werde die US-Justiz niemals gewinnen können, sagte Schmitz am Donnerstag im ersten Interview seit seiner Verhaftung der Zeitung „New Zealand Herald“. Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes und Betrug vor und fordern seine Auslieferung.

Megaupload bot seinen Nutzern seit 2005 an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Rechteinhabern soll so ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden sein.

Schmitz sagte dem Blatt, in der Anklageschrift fehlten „Beweise“ dafür, dass er „persönlich“ versucht habe, Raubkopierer daran zu hindern, ihr Material über Megaupload zur Verfügung zu stellen. Bei Megaupload seien 20 Leute damit beschäftigt gewesen, mögliche Raubkopien zu löschen.

„Für jede E-Mail in deren Anklageschrift habe ich hundert andere, die das Gegenteil beweisen“, sagte Schmitz. „Ich saß in meiner Zelle und dachte: Wie können die sich auf eine so irreführende und böswillige Art einfach Vorwürfe herauspicken? Die können nicht gewinnen.“

Es könnte Jahre dauern
Es könne allerdings „Jahre dauern“, seine Unschuld zu beweisen, sagte Schmitz weiter. Sein Kampf, gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben zu können, sei nur der Anfang. Die „Schlacht“ werde im August beginnen, wenn die erste Anhörung im Prozess um seine mögliche Auslieferung an die USA geplant ist. In den USA drohen dem 38-Jährigen bis zu 20 Jahre Haft.

Schmitz alias Kim Dotcom beschwerte sich über seine Behandlung nach der Verhaftung am 20. Jänner. In der ersten Nacht in Untersuchungshaft sei er alle zwei Stunden geweckt worden. „Ich sagte, das ist Folter, das ist Schlafentzug.“ Das einzig Positive an der Haft sei gewesen, dass er 16 Kilogramm abgenommen habe.

Er wolle auf Dauer in Neuseeland bleiben, sagte der in Kiel geborene Schmitz der Zeitung: „Dies ist das Land, in dem ich leben möchte und wo meine Kinder aufwachsen sollen. Ich liebe es hier.“ Schmitz kam Anfang 2010 nach Neuseeland. Er hat drei Kinder, seine Frau Mona ist schwanger mit Zwillingen.