Digital Life
12.06.2018

Kim-Trump-Gipfel: Experten warnen vor nordkoreanischem USB-Ventilator

Mehr als 3000 Journalisten erhielten von Nordkorea ein Geschenkpaket mit USB-Ventilatoren. Sicherheitsforscher fürchten, dass diese Malware enthalten.

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zeigte, wie groß das Misstrauen gegenüber der asiatischen Nation ist. Am Gipfel in Singapur nahmen mehr als 3000 Journalisten teil, die allesamt ein kleines Geschenkpaket erhielten. Darin befand sich eine Flasche Wasser, ein Papierfächer mit Kim-Jong-Uns Gesicht darauf, ein Gutscheinheft sowie ein USB-Ventilator. Das Paket sollte offenbar sicherstellen, dass man die hohen Temperaturen in Singapur gut übersteht.

Doch zahlreiche Experten warnen nun vor dem unschuldig wirkenden USB-Ventilator. Dieser könnte potenziell Malware enthalten, die beim Anstecken auf das Gerät übertragen wird. „Steckt das nicht ein. Behaltet ihn nicht. Werft es in eine Mülltonne oder schickt es an einen Sicherheitsforscher eures Vertrauens“, warnte US-Journalist Barton Gellman auf Twitter, der sich auf staatliche Überwachung spezialisiert hat und im Zuge der Snowden-Enthüllungen bekannt wurde. „Vielleicht ist der Ventilator auch nur ein Ventilator. Das wäre aber eine riskante Wette.“

Zahlreiche andere Sicherheitsforscher stützten Gellmans These und baten Journalisten, den USB-Ventilator auf gar keinen Fall anzustecken. Ob das Gadget mit Malware infiziert wurde, können lediglich Experten feststellen. Denn auch wenn der USB-Ventilator über keinen Flash-Speicher verfügt, kann er zur Übertragung von Schadsoftware missbraucht werden. Bereits 2014 demonstrierten zwei deutsche Sicherheitsforscher, wie mithilfe der Firmware von USB-Sticks Schadsoftware durch einfaches Anstecken übertragen werden kann. Die Lücke wurde von zahlreichen Angreifern ausgenutzt und fand unter anderem bei einer harmlos wirkenden E-Zigarette Anwendung, die über USB geladen werden konnte.

Erfolgreicher Gipfel

Zumindest der Gipfel scheint ein Erfolg zu sein. Die „Denuklearisierung“ (atomare Abrüstung) Nordkoreas solle nach Worten Trumps „sehr schnell beginnen“. Trump und Kim unterzeichneten am Dienstag in Singapur ein Dokument, das der US-Präsident als „umfassend“ bezeichnete. Der Inhalt des Dokuments blieb zunächst unklar, da es noch nicht an die Medien verteilt worden war.

Trump lud den nordkoreanischen Machthaber zudem zu einem Besuch ins Weiße Haus nach Washington ein. Er sagte, er haben während des Treffens eine „besondere Verbindung“ zu Kim aufgebaut. Der nordkoreanische Machthaber sprach seinerseits von einem „historischen Treffen“ und gelobte, „die Vergangenheit zurücklassen“ zu wollen.