Digital Life
04.05.2018

Kriminelle setzen sich mit Drohnenschwarm gegen FBI-Razzia zur Wehr

Der Einsatz von Drohnen zur Behinderung der Strafverfolgung nimmt in den USA zu.

Der Vorfall ereignete sich laut Defense One im vergangenen Winter in einem Vorort einer großen US-Stadt. FBI-Agenten, die sich an einem Beobachtungsposten auf eine Geiselbefreiung vorbereiteten, sahen sich plötzlich einem Drohnenschwarm gegenüber, der sie in hoher Geschwindigkeit umkreiste und ihnen die Sicht verstellte. Öffentlich gemacht wurde die Attacke vom Leiter der FBI Operational Technology Law-Einheit, Joe Mazel, der auf einer Sicherheitskonferenz über den Einsatz von Drohnen durch Kriminelle referierte.  

Die Entführer hätten mit Kameras ausgerüsteten Drohnen auch dazu verwendet, um die Positionen von FBI-Agenten zu ermitteln. Die Bilder seien auf YouTube gestreamt worden, um andere Mitglieder der Gang über die Bewegungen der Ermittler auf dem Laufenden zu halten.  

Überwachung von Strafverfolgern

Laut dem FBI-Beamten nimmt vor allem die Überwachung von Strafverfolgern durch Drohnen zu. Drohnen kämen beispielsweise zur Beobachtung von Polizeistationen zum Einsatz. Es werde beobachtet, wer ein und aus geht, um etwa Zeugen ausfindig zu machen und danach einschüchtern zu können.

Kriminelle Gruppen hätten etwa auch damit begonnen Sicherheitsbeamte in Häfen zu überwachen. Nähern sie sich Containern, in denen sich Schmuggelgüter befinden, werde Feueralarm ausgelöst um die Sicherheitskräfte abzuziehen.

Kaum zu verhindern

Verhindern ließe sich die Nutzung von Drohnen zur Behinderung von Strafverfolgern kaum. Störsender, die etwa an Kampfschauplätzen in Syrien und im Irak zum Einsatz kommen, würden sich die für den Einsatz in Städten kaum eignen, weil damit auch Mobilfunksignale oder andere Fluggeräte gestört werden könnten. 

Abhilfe könnte eine geplante Gesetzesänderung schaffen, die vorsieht, dass Drohnen, die außerhalb des Gesichtsfelds ihrer Betreiber fliegen, mit einer eindeutigen Kennung (Remote ID) versehen werden müssen. Über die „virtuelle Nummerntafel“, die per Funk abgerufen werden kann, soll sich auch der Besitzer des Fluggeräts identifizieren lassen.