Sebastian Kurz vs. Christian Kern im Social-Media-Wettkampf
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Analyse

Kurz vs. Kern: Das Social-Media-Duell

Sowohl für Christian Kern als auch für Sebastian Kurz spielen soziale Medien eine große Rolle, wenn es um Selbstinszenierung und politische Meinungsbildung geht. Der eine sticht dabei mit Erfahrung, der andere mit lässigen Umgangsformen hervor. Mit dem Alter der Politiker korrelieren diese Eigenschaften aber nicht.

Digital Native

Sebastian Kurz, der sich selbst als "Digital Native" bezeichnet, hat über viele Jahre eine große Gefolgschaft in sozialen Netzwerken aufgebaut. Auf Facebook hat er 302.000 Fans, auf Twitter 136.000 Follower, auf Instagram ist der 30-Jährige höchst aktiv. Außerdem betreibt Kurz einen eigenen YouTube-Kanal.

Vor allem auf Facebook gibt sich Kurz sehr zugänglich, geht auf Fragen ein, kommentiert Beiträge. Der Tonfall dabei: Höflich, sachlich, bescheiden. Auch durch den einen oder anderen Rückschlag lässt sich Kurz nicht beirren. 2014 erntete Kurz etwa mit der Kampagne "#stolzdrauf" Spott und Kritik. Statt positive Österreich-Assoziationen hervorzurufen, ging das Vorhaben nach hinten los.

Fokus auf Bilder

Christian Kern dagegen ist ein relativer Neuling in den sozialen Medien. Seine 78.500 Facebook-Fans und 11.800 Twitter-Follower erscheinen vergleichsweise wenig. Kerns Fokus liegt auf Instagram. Das stark wachsende Foto-Netzwerk wird von Kern und seinem Team für gekonnte Inszenierungen genutzt. Ein eigenes Fotografenteam lässt den Kanzler stets in bestem Licht erscheinen. Mit nur 75 Beiträgen hat es Kern auf Instagram auf 7500 Abonnenten gebracht. Zum Vergleich: Kurz kommt nach 516 Beiträgen auf 2230.

Auf Twitter scherzt Kern locker dahin. Bis sein Konto verifiziert wurde, konnten viele Twitter-Nutzer gar nicht glauben, dass es sich tatsächlich um den Bundeskanzler handelte. Im Vergleich mit Vorgänger Faymann erscheint er als Social-Media-Talent. Die persönliche Interaktion auf Facebook zählt bisher allerdings nicht zu seinen Stärken.

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David Kotrba

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