Digital Life
11.01.2019

Microsoft Bing: Suchergebnisse zeigen Kinderpornos

Die Microsoft-Suchmaschine fördert bereits bei simplen Suchbegriffen Kinderpornos zutage.

Microsofts Suchmaschine Bing zeigt in ihren Ergebnissen unter anderem Kinderpornos an. Das hat eine Untersuchung des Sicherheitsunternehmens AntiToxin ergeben, die von TechCrunch in Auftrag gegeben wurde. Demnach zeigt die Bildsuche von Bing oftmals Bilder von Minderjährigen an, die nackt oder in sexuellen Handlungen zu sehen sind. Auch in den Empfehlungen, die beim Auswählen eines Suchergebnisses angezeigt werden, werden laut dem AntiToxin-Bericht oftmals Kinderpornos angezeigt.

Obwohl Bing oftmals die Suche nach eindeutigen Begriffen wie „childporn“ verbietet, ist die Suche nach in der Szene gängigen Abkürzungen wie „cp“ problemlos möglich. Auch Begriff-Kombinationen wie „porn kids“ förderten zahlreiche fragwürdige Inhalte zutage.

Bing ist mit knapp 2,4 Prozent Markanteil laut Statcounter die derzeit zweitgrößte Suchmaschine hinter Google. Dahinter folgen Yahoo (2 Prozent), Baidu (1 Prozent) sowie Yandex (0,6 Prozent). Microsoft selbst veröffentlichte zuletzt im August 2017 Marktzahlen: Laut dem US-Konzern hat Bing weltweit neun Prozent Marktanteil, in den USA ist man mit 33 Prozent am stärksten vertreten. Bing profitiert vor allem von der Tatsache, dass Bing die Standardsuchmaschine in Microsoft Windows sowie Amazons Sprachassistent Alexa ist.

Microsoft reagiert langsam

Konfrontiert mit den Ergebnissen der AntiToxin-Untersuchung betonte Microsoft, dass die Suchergebnisse „inakzeptabel für unsere Standards und Richtlinien“. „Wir haben sofort gehandelt und sie entfernt, aber wir wollen auch in Zukunft ähnliche Verstöße verhindern. Wir wollen daraus lernen, sodass wir die notwendigen Verbesserungen vornehmen können“, sagt Jordi Ribas, Chief Vice President für Bing und Microsofts KI-Produkte. Trotz Microsofts Versprechen förderten laut TechCrunch einige der untersuchten Suchbegriffe aber weiterhin Kinderpornografie zutage.

Auf Nachfrage zeigte sich Microsoft defensiv: „Wir indexieren alles, wie es Google macht, und wir machen das Beste, um das zu überwachen. Wir nutzen eine Kombination aus PhotoDNA und menschlichen Moderatoren, aber das reicht nicht, um immer perfekt zu sein. Wir fühlen uns dazu verpflichtet, immer besser zu werden.“ PhotoDNA ist eine von Microsoft und Forschern der Universität Dartmouth entwickelte Fingerprinting-Technologie, mit der Fotos auch nach leichten Veränderungen eindeutig identifiziert werden können. Damit können vor allem bekannte Kinderpornos schneller identifiziert und gelöscht werden. 

Auch auf anderen Plattformen Probleme

Nicht nur Microsoft hat Probleme mit Kinderpornografie. Ende Dezember wurde bekannt, dass in zahlreichen öffentlichen WhatsApp-Gruppen Kinderpornografie geteilt wird. Im November wurde die offizielle Tumblr-App aus dem Apple App Store entfernt, weil auf der Plattform Kinderpornos aufgetaucht sind. Anfang 2018 sorgte zudem ein Video, in dem ein US-Amerikaner drei minderjährige Mädchen missbraucht, auf Facebook für Aufsehen. Das Video wurde mehrere tausend Mal geteilt bevor es entfernt wurde.