Microsoft-Chef Nadella schwört die Mitarbeiter auf neue Unternehmensziele ein

© REUTERS/ROBERT GALBRAITH

Microsoft-Browser für Windows 10 wird Edge heißen
04/29/2015

Microsoft-Browser für Windows 10 wird Edge heißen

Microsoft kündigt bei der Entwicklerkonferenz Build 2015 jede Menge Neuigkeiten an. Der Internet-Explorer-Nachfolger heißt Edge, nicht Spartan.

von David Kotrba

Bei seiner Entwicklerkonferenz Build 2015 hat Microsoft eine Reihe neuer Dienste und Innovationen vorgestellt. Wie CEO Satya Nadella zu Beginn seiner Keynote am Mittwoch klarstellte, konzentriert sich Microsoft in diesem Jahr auf drei große Themenbereiche: Die Cloud-Plattform Azure, das Bürosoftwarepaket Office sowie das neue Betriebssystem Windows 10. Im Folgenden die wichtigsten Ankündigungen.

Microsoft Edge

Der nächste Microsoft-Browser wird, wie schon länger bekannt, nicht mehr Internet Explorer heißen, sondern Edge. Bisher ist der Browser unter dem Codenamen "Spartan" gelaufen. Edge soll Microsofts Einbußen gegenüber Google (Chrome) und Mozilla (Firefox) gutmachen. Dazu wird der Edge-Browser so benutzerfreundlich wie möglich gestaltet. Der digitale Assistent Cortana ist eng mit dem Browser verbunden. Auf Webseiten können Notizen angefertigt und geteilt werden. Dazu soll es eine Reihe von Browser-Erweiterungen geben. Bereits existierende Erweiterungen für Konkurrenz-Browser (etwa Chrome) sollen einfach auf Edge angewendet werden können.

Eine Milliarde Windows-10-Geräte

Bei der Build 2015 betont Microsoft seine Ambitionen, mit Windows 10 ein einheitliches Betriebssystem für Computer und Mobilgeräte zu schaffen und sich damit vor allem im Mobilbereich gegen die große Konkurrenz durch Google und Apple durchzusetzen. Das nächste Microsoft-Betriebssystem soll durch ein Vertriebsprogramm, bei dem ein Upgrade von früheren Windows-Versionen ein Jahr lang kostenlos möglich ist, schnell verbreitet werden. Durch die Verwendung auf Desktop-PCs, Smartphones, Wearables und anderen vernetzten Geräten (Internet of Things) will Microsoft innerhalb von nur drei Jahren eine Milliarde Geräte mit Windows 10 ausgestattet haben. Dagegen soll selbst die aktuelle Verbreitung des weltweit größten Mobil-Betriebssystems Android (laut Microsoft 500 Mio. Geräte) verblassen.

Konsumenten verspricht Microsoft Apps, die zuverlässig laufen und das Betriebssystem niemals blockieren. Für In-App-Käufe soll eine Vielzahl von Bezahlmöglichkeiten offenstehen. Unter anderem wurde eine breite Einbindung von "Carrier Billing", also der Abrechnung über den Mobilfunkanbieter, angekündigt. Wie PhoneArena schreibt, werden wohl alle Einkäufe im Windows Store auf diese Weise bezahlt werden können.

Entwicklern verspricht Microsoft eine möglichst leichte Transferierbarkeit ihrer bisherigen Code-Arbeiten in das neue Betriebssystem. Webseiten-Code, Android-Code oder Code für iOS soll mit wenigen Schritten auf Windows 10 zum Laufen gebracht werden. Die Apps sollen dabei sofort in das gesamte Windows-Ökosystem eingebunden werden, samt Integration im Windows Store, der Einbindung des digitalen, sprachgesteuerten Assistenten Cortana oder der erwähnten Bezahlmöglichkeiten in alle Apps.

Continuum

Bei der Benutzung von Windows-Apps soll man möglichst flüssig von einem Gerät zu einem anderen wechseln können. Microsoft stellt deshalb auf der Build 2015 Continuum vor. Dieses Programm ermöglicht etwa die Benutzung von Apps mit unterschiedlichen Controllern, etwa einem Keyboard und einem Touchscreen. Continuum for Phone lässt Apps wie auf Smartphones verwenden oder wie auf einem PC. Smartphones sollen dadurch etwa mit Bildschirmen verbunden werden können und damit zu einem PC werden.

HoloLens

Im Jänner zeigte Microsoft die ersten Eindrücke seiner Augmented-Reality-Brille HoloLens. Bei der Build 2015 werden weitere Möglichkeiten und Funktionen von HoloLens präsentiert. In einer Live-Demonstration bekam man etwa zu sehen, wie sich ein HoloLens-Träger durch sein Apartment bewegt, während Windows-Apps als Hologramme im Raum verteilt erscheinen. Am Boden wedelt ein virtueller Hund mit dem Schwanz. Mit einer Geste wird ein holografisches Startmenü aufgerufen, das vor dem Brillenträger in der Luft zu schweben scheint.

YouTube-Videos können in einem Browser-Fenster an eine Wand geworfen und beliebig in ihrer Größe verändert werden. Auf Wunsch schwebt das Video-Fenster mit dem Anwender durch den Raum, wenn sich dieser durch seine Wohnung bewegt. In weiteren Beispielen wird gezeigt, wie HoloLens Architekten bei der Planung von Gebäuden und der Koordination mit Partnerunternehmen behilflich sein kann. Medizinstudenten könnten von HoloLens durch ein virtuelles körperliches Eintauchen in ein Organ profitieren. Entwicklern würden durch HoloLens ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, zeigt sich Microsoft überzeugt.

Eine weitere Demonstration zeigt einen rudimentären Roboter-Bausatz, der durch HoloLens zu einem Roboter mit Gesicht und Gliedmaßen wird. Ein Bedienpanel ändert sowohl das virtuelle Aussehen des Roboters, als auch die Färbung der LEDs am realen Roboter. Der reale Roboter kann auch auf die Jagd nach virtuell am Boden erscheinenden Bonuspunkten geschickt werden.

Plafformübergreifende Kollaboration zwischen Office und Apps

Apps von Drittanbietern sollen künftig besser mit Microsofts Bürosoftware-Paket Office zusammenarbeiten. Bei der Build 2015 wurde etwa gezeigt, wie man in einer App eine Erinnerung im Terminplaner Outlook anlegen kann, um zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Warnhinweis zu erhalten. Das Ganze soll nicht nur auf Windows-10-Geräten, sondern auf allen Plattformen, auf denen es Office-Apps gibt, genutzt werden können. Wie TheNextWeb berichtet, soll man etwa auch über die Outlook-App auf seinem iPhone auf besagten Termin hingewiesen werden.

Microsoft zeigt .NET für Mac und Linux

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2015 kündigt Microsoft an, sein Software-Framework .NET nach Windows auch für Mac und Linux zugänglich zu machen. Microsoft hält damit den Teil eines Versprechens ein, wonach .NET zu einer Open-Source-Software und zu einer betriebssystemübergreifenden Plattform werden soll. Wie Venturebeat berichtet, bietet Microsoft Entwicklern damit die Möglichkeit, Applikationen über mehrere Plattformen verteilt zu kreieren.

Plattformübergreifender Code-Editor

Mit Visual Studio Code präsentiert Microsoft auf der Entwicklerkonferenz Build 2015 ein schlankes Werkzeug, das auf Windows, Mac OS X und Linux läuft. Wie TechCrunch berichtet, steht die Software ab sofort zum Download bereit. Visual Studio Code ist der erste plattformübergreifende Code-Editor von Microsoft. Die Veröffentlichung zeigt Microsofts Bekenntnis zu einer weiteren Öffnung gegenüber anderen Betriebssystemen. Entwickler will man damit dort abholen, "wo sie zuhause sind", meint S. Somasgear, der Vice President der Entwicklersparte bei Microsoft.

Mehr Funktionen für Cloudplattform Azure

Microsofts Cloudplattform Azure wird künftig mehr Funktionen erhalten. Durch das neu vorgestellte Azure SQL Data Warehouse werden Datensätze voneinander getrennt werden können. Damit können etwa unstrukturierte Datensätze zur Big-Data-Verarbeitung (Azure Data Lake) abgesondert werden. Außerdem wird die Anwendung einer Vielzahl von Datenbanken nach dem Prinzip der elastischen Datenbanken erleichtert. Durch diese Maßnahmen soll Azure besser mit Amazon Web Services und der Google Cloud Platform konkurrieren können, berichtet Venturebeat.

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