Digital Life
10.01.2013

Microsoft versetzt Messenger den Todesstoß

Wie bereits im November 2012 angekündigt, macht Microsoft nun Ernst und versetzt seinem traditionsreichen Messenger-Dienst den Todesstoß. Wie der Konzern am Mittwoch ankündigte, wird der seit einigen Jahren unter der Bezeichnung Live Messenger geführte Dienst mit 15. März eingestellt. Bestehende User-Accounts können auf Skype mitgenommen werden.

Damit ist einer der populärsten Dienste der frühen 2000er-Jahre endgültig Geschichte. Der am 22. Juli 1999 unter dem Namen MSN Messenger veröffentlichte Dienst brachte es in seinen Glanzzeiten auf über 330 Millionen aktive User pro Monat (Juni 2009). Verfügbar in 50 Sprachen und auf praktisch sämtlichen Plattformen wird er nach 13 Jahren nun ins digitale Nirwana befördert. Eine noch unbegrenzte Galgenfrist erhält der Chat-Dienst in China. Dort soll der Messenger weitergeführt werden.

Skype ist die Zukunft
Schuld an der Einstellung ist der vier Jahre jüngere VoIP- und Chat-Dienst Skype, der 2011 von Microsoft um 8,5 Milliarden Dollar

und nun den alleinigen Messenger-Platz im Microsoft-Portfolio ausfüllen soll. Um den Umstieg für bestehende User reibungslos zu gestalten, hat Microsoft in den vergangenen Monaten die entsprechenden Schnittstellen vorbereitet. Mittels Microsoft-Log-in auf Skype können User auf alle gespeicherten Messenger-Kontakte zugreifen.

Mit dem Schritt entledigt sich Microsoft dem Problem, zwei Chat-Dienste für Desktops und vor allem mobile Plattformen bereitstellen zu müssen. Im Gegensatz zum Messenger hat Skype seit Jahren stark auf entsprechende mobile Apps gesetzt. Kurioserweise erweist sich aber gerade der bevorstehende Launch der finalen Windows-Phone-8-App als Herausforderung. Aufgrund von Stabilitätsproblemen musste Skype in der kürzlich bereitgestellten Preview-Version die Integration in den „Kontakte“-Reiter deaktivieren.

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