Digital Life
04.03.2011

MPEG LA im Visier des Justizministeriums

In den USA prüft jetzt das Justizministerium, ob das Unternehmen MPEG LA gegen den Videocodec VP8 vorgehen darf. Das Unternehmen hatte im Februar angekündigt, Patente zu sammeln.

Laut dem "Wall Street Journal" hat das Justizministerium eine formelle Untersuchung gegen MPEG LA eingeleitet. Die Organisation treibt unter anderem Patente des proprietären Videocodec H.264 ein, der in vielen Geräten zum Einsatz kommt. Die Patentvereinigung hatte im Februar Unternehmen dazu aufgerufen, die glauben, dass sie "ein grundlegendes Patent" des Videocodecs VP8 zu besitzen, sich zu melden und von ihnen vertreten zu lassen.

Jetzt will das Justizministerium klären, ob MPEG LA versucht, VP8 zu schaden oder gar zu kompromittieren. Die Technologie VP8 wurde letztes Jahr zusammen mit dem Unternehmen On2 von Google gekauft, danach wurde sie in das Open Source-Videoformat WebM integriert. Google ermöglicht mit VP8 und WebM, dass Videos direkt per HTML5 in eine Website eingebunden werden können.

MPEG LA glaubt nicht daran, dass VP8 wirklich patentfrei ist. Neben dem Justizministerium prüft jetzt auch der kalifornische Staatsanwalt die Causa. Die Organisation wollte zu den Untersuchungen zwar keine Stellung nehmen, wies jedoch jeglichen Verdacht, einen Konkurrenten ausschalten zu wollen, von sich.

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