Digital Life
02.05.2018

Nach 139 Jahren letztes Telegramm in Frankreich verschickt

Der analoge Vorläufer von SMS, E-Mails und Tweets ist nun auch in Frankreich endgültig Geschichte.

Mit dem 30. April, 23 Uhr 59 wurde in Frankreich der Versand von Telegrammen eingestellt. Der Telekom-Konzern Orange verkündete das Ende des traditionsbehafteten Mediums auf Twitter. Auf einem offensichtlich digital bearbeiteten Foto eines Telegramms war unter anderem zu lesen: „Ein Kapitel der Telekom-Geschichte ist beendet - STOP“. In der Tat existierte diese Form der Mitteilung in Franckreich 139 Jahre lang. Orange zufolge wurden im April immer noch rund 1400 Telegramme verschickt.

Von Unternehmen noch genutzt

Der 1879 gegründete Dienst wurde vor allem von Unternehmenskunden genutzt, die aus juristischen Gründen darauf zurückgriffen - etwa um einen säumigen Angestellten zur Arbeit zu rufen oder einen Auftrag rechtswirksam bekannt zu geben. Das „kleine Blaue“, wie das Telegramm in Frankreich wegen der Schriftfarbe auch hieß, galt einst als revolutionär: Noch bevor sich das Telefon in Haushalten verbreitete, konnten Bürger damit schnell Informationen verbreiten, etwa über einen Todesfall oder eine Hochzeit.

Das Aufkommen von SMS und Internet führte zum Niedergang des Telegramms. In Deutschland bietet die Deutsche Post den Dienst weiterhin an. Im Online-Shop der Post ist ein Telegramm mit 160 Zeichen ab 12,90 Euro zu haben. Die Österreichische Post hat ihren Telegramm-Dienst bereits per Jahresende 2005 eingestellt. Den Telegrammdienst der Telekom Austria unter dem Namen Telegramm.at hat ab 2006 die Schweizer Firma Unitel Telegram Services GmbH (UTS) übernommen.