Digital Life
06.05.2014

A1 warnt Kunden vor E-Mail-Missbrauch

Nach dem massiven Datendiebstahl in Deutschland, bei dem rund 18 Millionen geknackte E-Mail-Adressen entdeckt wurden, warnen nun auch österreichsche Mail-Provider ihre Kunden.

A1 verschickt derzeit Briefe an einige seiner Kunden, wonach ihr E-Mail-Account möglicherweise kompromittiert wurde. Das bestätigt A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm gegenüber der futurezone. Konkret werden Inhaber derer Adressen gewarnt, die unter den 18 Millionen Zugangsdaten waren, die deutsche Ermittler vor etwas mehr als einem Monat entdeckt haben. Laut A1 handelt es sich lediglich um ältere @aon.at-Adressen, @a1.net-E-Mail-Adressen seien demnach keine dabei. A1 hat die entsprechende Liste direkt vom Bundeskriminalamt ( BK) übermittelt bekommen.

Gewarnt werde laut A1 bewusst per Postbrief und nicht via E-Mail. Die Kunden werden darin aufgefordert, ihr E-Mail-Passwort zu ändern. Konkrete Hinweise auf missbräuchliche Verwendung der Adressen gibt es nicht: “Das heißt nicht, dass etwas passiert ist, dabei handelt es sich um eine präventive Warnung”, so Dandrea-Böhm. Auch wolle man festhalten, dass der Fehler nicht bei A1 liege. “Unsere Systeme sind sicher”, so Dandrea-Böhm.

44.000 at-E-Mail-Adressen

Insgesamt waren unter den 18 Millionen Adressen laut dem BK 7500 Domains mit .at-Endung (44.000 E-Mail-Adressen). Missbrauchsfälle aus Österreich sind nicht bekannt, so BK-Sprecher Mario Hejl gegenüber der futurezone. Unklar ist, ob oder wie andere E-Mail-Provider ihre Kunden bereits informiert haben. "Ob und wann die das machen, liegt bei ihnen", so Hejl. Auch zu den Ermittlungsarbeiten könne das österreichische BK keine Auskunft geben, da die deutschen Behörden hier am Zug sind.

Die Adressen wurden Anfang April von der Staatsanwaltschaft Verden im Zuge von Ermittlungsarbeiten entdeckt. Wer überprüfen möchte, ob seine Adresse ebenfalls darunter ist, kann dies online bei einem entsprechenden Sicherheitstest tun.