Digital Life
03.04.2014

NASA suspendiert Zusammenarbeit mit Russland

Angestellte der NASA dürfen aufgrund der Krim-Krise nicht mehr mit ihren russischen Kollegen kommunizieren. Die ISS-Zusammenarbeit bildet die einzige Ausnahme.

"Wegen Russlands andauernder Verletzung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine hat die US-Regierung beschlossen, dass bis auf Weiteres alle NASA-Kontakte mit Vertretern der russischen Regierung suspendiert sind", so lautet ein Memo, das alle Angestellten der US-Raumfahrtbehörde am Mittwoch erhalten haben. NASA-Angestellten wird verboten, E-Mails an russische Kollegen zu schicken, Telekonferenzen abzuhalten, nach Russland zu reisen oder Gäste von NASA-Gegenpart Roskosmos zu empfangen.

ISS ausgenommen

Von der Regelung ausgenommen sind allerdings alle Aktivitäten rund um die Internationale Raumstation. " NASA und Roskosmos werden weiterhin zusammenarbeiten, um eine sichere und fortgesetzte Operation der ISS beizubehalten", besagt das NASA-Memo. Beim Transport von Raumfahrern zu und von der ISS ist die USA momentan völlig abhängig von Russland. Die NASA betont aber "Laser-fokussiert" zu sein, um den Start bemannter Raumfahrtmissionen zurück auf US-Boden zu holen.

Seitenhieb

Die Raumfahrtbehörde kann sich in ihrer Ankündigung auch eines scharfen Seitenhiebs nicht enthalten: "Wäre unser Plan voll finanziert worden, hätte es bemannte US-Missionen bereits nächstes Jahr gegeben." Derzeit sehe es allerdings so aus, als ob Raumfahrt-Crews erst 2017 wieder von US-Boden starten könnten: "Die Wahl ist, entweder den Plan, Raumschiffstarts zurück in die USA zu holen voll zu finanzieren oder den Russen weiterhin Millionen Dollar zu schicken. So einfach ist das."

Von der Obama-Administration sieht sich die NASA unterstützt, nun hoffe man, dass sich auch der Kongress dafür entscheide "in Amerika zu investieren."

Russland-Abhängigkeit

Wie der Guardian berichtet, werden US-Astronauten seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms alleine mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS gebracht. Für jeden transportierten Raumfahrer zahlt die USA rund 71 Millionen Dollar an Russland. Dementsprechend vorsichtig zeigte sich die NASA zuletzt noch. Erst am 4. März sprach NASA-Leiter Charles Bolden davon, dass die Krim-Krise keinerlei Auswirkungen auf die amerikanisch-russische Zusammenarbeit hätte.

In Zukunft könnten bemannte US-Raumfahrtmissionen mit Hilfe der Dragon Raumkapsel durchgeführt werden. Die vom Privatunternehmen SpaceX entwickelte und produzierte Raumkapsel wird derzeit alleine für unbemannte Versorgungsmissionen zur ISS verwendet.