Digital Life
07.01.2019

#NazisRaus: Solidaritätswelle für ZDF-Journalistin

Unter dem Hashtag #NazisRaus werden jetzt Solidaritätsbekundungen für eine Journalistin gesammelt, die ins Visier von Rechten kam.

Alles begann mit einem einfachen Tweet: #NazisRaus schrieb die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann am Neujahrstag auf ihrem Twitter-Profil. Ein Spruch, der von Menschen seit mehr als 30 Jahren benutzt wird, die nicht wollen, dass Nationalsozialismus in Deutschland wieder an die Macht gelangt.

Auf die Frage, wer denn damit alles gemeint sei, antwortete Diekmann: „Jede/r, der/die nicht Grün wählt.“ Natürlich war die Antwort klar ironisch gemeint. Diekmann postet oftmals ironische Antworten.

Verbreitung über rechtes Portal

Doch das österreichische Portal unzensuriert.at, das dem rechten Spektrum zugeordnet werden kann, machte daraus eine Geschichte mit dem Titel: „ZDF-Korrespondentin: Jeder, der nicht die Grünen wählt, ist ein Nazi – und muss raus!“ Geteilt wurde die Geschichte etwa vom privaten Facebook-Profil des österreichischen Vizekanzlers H.C. Strache.

Was daraufhin folgte, war eine Flut an Hass. Menschen glaubten die Headline von unzensuriert.at und diese verbreitete sich im rechten Spektrum weiter. Zahlreiche Internet-Nutzer wünschten der Journalistin, sie möge vergewaltigt, verstümmelt oder erschossen werden, heißt es im „Tagesspiegel“. Andere nannten sie „Abfall, der entsorgt gehöre“.

Diekmann machte daraufhin einige dieser Kommentare zugänglich, die meisten davon sind mittlerweile allerdings gelöscht. Am Montag hat sich nun unter dem Hashtag #NazisRaus auf Twitter ein sogenannter „Solidaritystorm“, also eine Solidaritätswelle, gebildet. Das ist das Gegenteil eines Shitstorms, in den die ZDF-Redakteurin davor geraten war.

Zahlreiche Menschen unterstützen die Journalistin nun öffentlich und zeigen ihr damit, dass sie nicht alleine ist. #NazisRaus sei eine demokratische Selbstverständlichkeit, heißt es in den Tweets. Sie selbst bekräftigte noch einmal, dass sie den besagten Tweet ironisch gemeint habe und entschuldigte sich bei allen, die sich dadurch diffamiert gefühlt haben.