Digital Life
28.02.2011

Neue Hardware für die ecard

Ab März werden leistungsfähigere ecard-Geräte für Ärzte in den Ordinationen installiert, um diese für künftige E-Health-Anwendungen zu rüsten. Die alten Geräte werden ausgetauscht, auch an den Krankenschein denkt kaum noch jemand zurück.

42 Millionen Blatt Papier waren pro Jahr im Umlauf, bevor der Krankenschein vor sechs Jahren von der ecard abgelöst wurde. Seit März 2005 wurden über die ecard insgesamt etwa 606 Millionen Patientenbesuche abgewickelt. Durchschnittlich gehen etwa 500.000 Menschen in Österreich pro Tag zum Arzt und verwenden dabei ihre ecard. Doch das dahinter liegende Hardware-System - das kleine Kästchen, das beim Arzt dafür sorgt, dass die Daten der ecard abgefragt und verarbeitet werden können - ist bereits in die Jahre gekommen.

Netbook-Stärke
Deshalb beginnt in diesen Tagen in Österreichs Arztordinationen der Austausch der ecard-Lesegeräte. Bis Ende 2012 soll bei 9000 Kassenärzten und Laboratorien eine neue Hardware eingesetzt werden, um Patientendaten sicher zu verwalten. Die neue GINA-Box, die bei laufendem Betrieb in den Ordinationen ausgetauscht werden soll, ist dabei in etwa so stark wie ein Netbook.

Als Basis dientein Intel Atom-Prozessor mit einem Gigabyte RAM und vier Gigabyte Flash-Speicher. Neben einem VGA-Anschluss gibt es jetzt auch einen DVI-Port, um Bildschirme anzuschließen. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz. Eine weitere Besonderheit ist, dass keine beweglichen Teile wie etwa Lüfter verbaut worden sind, und man mit dem Einsatz eines Flash-Speichers besonders auf Langlebigkeit setzt. „Die Haltbarkeit ist auf sieben Jahre gerechnet mit geringen Ausfallraten“, erzählt Volker Schörghofer, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger bei der Präsentation in Wien.

Wechsel für Ärzte kostenfrei
Die Hardware wurde gemeinsam mit der A1 Telekom Austria beschafft, die 80 Prozent der österreichischen Ärzte mit der Anbindung des ecard-Systems versorgt. Die reinen Hardware-Kosten der neuen Box für die Arztordinationen belaufen sich dabei auf zirka 300 Euro. Für die Ärzte und Patienten entstehen durch den Austausch allerdings keine Kosten. „Diese sind bereits mit dem monatlichen Entgelt, das jede Kassenordination bezahlt, abgegolten“, so Schörghofer. Die Kosten belaufen sich auf 40 Euro exklusive Mehrwertsteuer für die Grunddienste, 11 Euro werden dabei vom Hauptverband an die Telekom-Provider bezahlt. Zusätzliche Leistungen - wie etwa die Möglichkeit einer elektronische Befundübermittlung - müssen allerdings extra bezahlt werden.

Die neue ecard-Hardware soll zudem die technische Grundlage für künftige innovative eHealth-Applikationen bilden. „Die neue Box schafft in etwa das Achtfache an Kapazität, alle Schnittstellen und Sicherheitsschlüssel wurden erneuert. Damit ist das System auch für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) und E-Medikationsprojekte gerüstet“, erklärt Schörghofer. Erste Pilotprojekte zur E-Mediaktion starten am 1. April in Wien, Oberösterreich und Tirol.