Digital Life
23.08.2018

Norwegen plant Flotte an E-Flugzeugen

Lärm und Treibhausgase könnten auf der Kurzstrecke deutlich reduziert werden. Doch es gibt noch einige Hürden zu meistern.

Laut Plänen von Norwegens Transportminister Ketil Solvik-Olsen und Dag Falk-Petersen, CEO des norwegischen Flughafenbetreibers Avinor, sollen im Jahr 2040 alle norwegischen Kurzstreckenflüge über elektrische Flugzeuge erfolgen, heißt es in einem Bericht des BBC. Zu Demonstrationszwecken hatten Solvik-Olsen und Falk-Petersen im Juli vor Journalisten einen Testflug mit einem elektrischen Flugzeug durchgeführt.

Den norwegischen Plänen zufolge sollen die ersten Flugzeuge mit 25 bis 30 Sitzen in den kommenden ein bis zwei Jahren entwickelt werden, das erste Flugzeug dieser Art soll bereits im Jahr 2025 seinen Dienst aufnehmen.

Das Vorhaben deutlich zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Allerdings gibt es dabei noch viele offene Fragen – allen voran das Problem, dass es noch keine elektrischen Flugzeuge gibt, die eine ausreichend große Anzahl an Passagieren transportieren können: Der Demonstrationsflug im Juli fasste nur zwei Passagiere - und beide Herren betonen, dass sie vor dem Flug strikte Diät gehalten haben.

Wetteifern der Hersteller

Die Industrie reagiert jedoch bereits auf die potenzielle Nachfrage, laut einer Studie von Roland Berger sind derzeit bereits mehr als 100 elektrisch betriebene Flugzeuge in Entwicklung.

Eine dieser Entwicklungen könnte von Zunum Aero, einem Partnerunternehmen von Boeing, kommen. Zunum plant dem BBC-Bericht zufolge die Vorstellung eines Kurzstreckenflugzeugs für zwölf Personen bis zum Jahr 2022, ein Flugzeug mit 50 Sitzplätzen und einer Reichweite von 1600 Kilometern soll 2027 folgen. Ein anderer Anbieter, Pipistrel aus Slowenien, wird laut Plan schon im Jahr 2019 ein elektrisch betriebenes Flugzeug für vier Personen auf den Markt bringen, ein Flugzeug für 19 Passagiere ist für 2025 geplant – allerdings nicht rein elektrisch, sondern als Hybrid.

Sowohl Zunum Aero als auch Pipistrel betonen, dass sich neben der Reduktion der Treibhausgase noch andere Vorteile ergeben – darunter etwa die Lärmreduktion und die Tatsache, dass die deutlich kleineren Flugzeuge auch kleinere Landebahnen benötigen.