Digital Life
09.11.2013

Nova Lumos und Shopa gewinnen IBM SmartCamps in Wien

Die Sieger des IBM SmartCamps in Wien kommen aus Großbritannien und Israel. Den beiden Gewinnern winkt ein Flugticket nach San Francisco zum globalen Finale im Februar 2014.

Beim Europafinale der IBM SmartCamps, das am 8. November im Wiener Palais Auersperg stattfand, sind sieben Spitzen-Start-ups aus den Bereichen Big Data, Cloud und Mobile Business gegeneinander angetreten. Für den Pitch hatte jedes Start-up fünf Minuten Zeit. Anschließend mussten Fragen der Jury zu den Themen Marktreife, Technologie und Attraktivität des Produkts beantwortet werden.

Am Ende war sich die fünfköpfige Jury, bestehend aus IBM-Managern und Vertretern der Wirtschaft einig: Das Shopping-Netzwerk Shopa aus Großbritannien und die “Home Power Station” von Nova Lumos aus Israel sollen Europa beim weltweiten Finale in den USA vertreten. Shopa konnte auch das Publikum überzeugen und hat mit deutlichem Vorsprung den “Peoples Choice Award” gewonnen. Für den österreichischen Teilnehmer LimeMetrics reichte es leider nicht.

Social Shopping

“Share products & earn cash” lautet die Idee des britischen Start-ups Shopa. Die Idee ist so simpel wie Erfolg versprechend: Wer Freunden – sei es über eMail, Social Media oder Blogs – ein Produkt empfiehlt, das dann auch tatsächlich gekauft wird, erhält eine Provision des Verkaufspreises. Damit festgestellt werden kann, wer zum Kauf des jeweiligen Produkts eingeladen hat, wird der Link zum Artikel auf der Shopa-Website per URL-Shortener konfiguriert. Geht es nach Shopa, soll mit dieser Win-Win-Perspektive die digitale Mundpropaganda auf eine neue Ebene gehoben werden.

Shopa-Gründer Peter Janes zeigt sich im Gespräch mit der futurezone überglücklich: “Täglich beziehen sich rund 11,8 Millionen Tweets auf Produkte. Diese werden weder monetarisiert noch getrackt. Genau hier kommt Shopa ins Spiel: Wir ermöglichen den Usern mit ihren Empfehlungen Geld zu verdienen. Mit der technischen Entwicklung von Shopa haben wir viel Zeit hinter Computerbildschirmen verbracht. Nun geht es darum, auf uns aufmerksam zu machen. Das IBM SmartCamp Europafinale zu gewinnen, ist dabei eine große Hilfe.”

Die stetig wachsende Shopa-Datenbank besteht bereits aus rund hundert Millionen Produkten der weltweit größten Marken. Die Herausforderung, die es für Shopa in der nächsten Zeit zu bewältigen gilt, ist das sichere Handling der enormen Datenmengen, wie Janes erklärt: “Wenn es um Geld geht, ist es notwendig hundert Prozent zuverlässig zu sein. Denn User und Verkäufer müssen unserem Service vertrauen können.”

Solarstrom per Mikrofinanzierung

Das zweite Flugticket zum weltweiten Finale nach San Francisco geht an das Start-up aus Israel. Nova Lumos hat sich mit seiner Idee viel vorgenommen: Es will die Energieversorgung in infrastrukturschwachen Gebieten demokratisieren. Ein kleines Solarpanel soll die rund 1,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu einem Stromnetz haben mit elektrischer Energie versorgen.

Das wirklich spannende dabei ist die Finanzierungsidee: Die "home power station in a box” soll den Endverbrauchern gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung gestellt werden. Will man nun elektrischen Strom aus der Box beziehen, muss per Mobiltelefon ein Tagesbeitrag bezahlt werden. Ist die Zahlung eingelangt, fließt der Strom.

“Das Prinzip ist ähnlich wie hier in europäischen Ländern”, erklärt Nova-Lumos-Gründer Nir Marom gegenüber der futurezone, “Um Strom beziehen zu können, müssen wir nicht gleich ein ganzes Kraftwerk kaufen. Wir bezahlen auch nur das, was wir an Energie verbraucht haben. Auf dieselbe Weise stellen wir den Menschen in ländlichen Entwicklungsgebieten ein kleines Kraftwerk – gegen eine kleine Bereitstellungsgebühr – zur Verfügung und die Nutzer bezahlen lediglich den tatsächlichen Stromverbrauch.”

Der Vertrieb der “home power station in a box” soll in enger Kooperation mit Telekomunternehmen erfolgen. “Die Mobilfunkbetreiber lieben die Idee. Einerseits weil sie darin ein neues Business-Model sehen und sich dadurch Wettbewerbsvorteile erwarten. Andererseits weil sich unsere Idee mit deren Geschäftsfeldern bestens ergänzt”, so Marom.

Alle sind Sieger

Verlierer gab es beim IBM SmartCamp in Wien nicht. Denn allein das Erreichen des Europafinales gilt schon als Erfolg. “Wir haben viele Kontakte geknüpft und von den ausgezeichneten Mentoren hilfreiches Feedback bekommen, das wir in unsere Konzepte einarbeiten werden. Auch wenn wir nicht gewonnen haben, ziehen wir ein sehr positives Re­sü­mee”, fasst Reinhard Nowak, Gründer vom österreichischen Start-up LineMetrics die Teilnahme am IBM SmartCamp zusammen.

Das war laut Veranstalter auch die Absicht des Events, bei dem Networking und das Sammeln von Erfahrungen ganz oben auf der Agenda standen. Denn die SmartCamps sind Teil des IBM Global Entrepreneur Programms, im Rahmen dessen derzeit mit rund 1600 Start-ups zusammengearbeitet wird. In weltweit 37 Ländern werden in den IBM Innovation Centern Investoren, Wirtschaftsvertreter, Mentoren, Entwickler und Start-ups zusammengebracht. So entsteht ein “umfassendes Ökosystem für Innovationen”, wie es Erno Karl von IBM Europa bei der Willkommensrede ausdrückte.