Digital Life
22.09.2011

Österreicher gewinnen Mozilla Game Challenge

Fünf Studenten der Fachhochschule Salzburg haben mit ihrem Browser-Game Marble Run die Mozilla Game Challenge gewonnen. Bei der Entwicklung des Murmelspiels kamen ausschließlich offene Webstandards zum Einsatz. Die FUTUREZONE hat mit den Entwicklern über die Entstehung des Spiels gesprochen.

Marble Run heißt das Browser-Game aus Salzburg, bei dem es darum geht, virtuelle Murmelbahnen zu gestalten. "Das Ziel des Spiels ist es, die Nutzer dazu zu bringen, immer neue Levels zu bauen. Zur Inspiration können sie sich die gesammelten Murmelbahnen anschauen", erklärt Spieleentwickler David Strauß, Student vom Studiengang MultiMediaTechnology an der Fachhochschule Salzburg, gegenüber der FUTUREZONE.

Zusammen mit Matthias Paumgarten, Nicola Lieser, Eberhard Gräther und Matthias Hempt, die ebenfalls alle an der FH Salzburg studieren, hat er das Spiel bei der Mozilla Game Challenge "Game On" eingereicht - und den Hauptpreis gewonnen. Marble Run wurde im Februar von einer hochkarätigen Jury, bestehend aus Webexperten von Zynga, Yahoo Games, Sony Online Entertainment, Palm, Facebook, eBay und Mozilla als Gesamtsieger aussgewählt. Insgesamt gab es 135 Einreichungen bei dem internationalen Wettbewerb. Die Jury hat Marble Run durch seine Kreativität und Verspieltheit überzeugt.

Best "Web-iness"
Das Spiel gewann auch in der Kategorie "Best Web-iness". "Meine Interpretation davon ist, dass wir den besten Hybrid aus Website und Spiel umgesetzt haben. Optisch schaut unser Spiel aus wie eine Website. Andere hingegen haben nur das Aussehen und den Charakter eines herkömmlichen Spiels umgesetzt", meint Strauß.

Mozilla, die Herstellerfirma des Webbrowsers Firefox, wollte mit dem Spielewettbewerb zeigen, was mit der neuesten Browsergeneration und dem alleinigen Einsatz von offenen Webtechnologien technisch alles möglich ist. Neben den Programmiersprachen HTML5 und Java Script, CSS und PHP durften keine proprietären Plug-ins, wie etwa Flash oder Silverlight verwendet werden.

Für die Spieleentwickler war dies "eine große technische Herausforderung, da es in diesem Bereich noch nicht viele Vergleichsprojekte gibt". "Die größte Herausforderung dabei war, dass das Spiel flüssig läuft", erzählt Strauß. "Mozilla hat zwar nur zur Voraussetzung gemacht, dass das Spiel in der Firefox Version 4 stabil laufen soll, aber wir haben es auch für den Firefox 3.6 optimiert." Für die Entwickler seien offene Standards im Web das tägliche Brot, erklärt Strauß. "Es erleichtert sehr viel. Auch Fehler werden so schneller gefunden, als wenn man hinter verschlossenen Türen arbeitet."

Inspiration aus dem Kindheitsalter
Insgesamt haben die fünf Studenten von Mitte Oktober bis Weihnachten gemeinsam an dem Konzept für Marble Run gearbeitet. "Wir haben uns überlegt, was Spaß machen könnte und womit wir uns als Kinder beschäftigt haben", so Strauß. "Ich habe als Kind gerne mit Murmeln gespielt und oft stundenlang meine eigenen Bahnen entworfen. Das konnte ich jetzt fürs Web umsetzen", fügt Paumgarten hinzu. Die tatsächliche Umsetzung des Spiels erfolgte innerhalb von zehn Tagen. "Wir haben über Neujahr durchprogrammiert", erzählt Strauß.

Eines der Ziele war es von Anfang an, mit Marble Run die längste virtuelle Murmelbahn der Welt zu kreieren. "Wir wollen es ins Guiness Buch der Rekorde schaffen", so Paumgarten. Bis Mittwoch Nachmittag gab es insgesamt bereits 427 von Nutzern entwickelte Murmelbahnen, die insgesamt 276.634 Meter umfasst haben. "Uns erzählen immer mehr Nutzer, dass sie süchtig werden und immer komplizierter werdende Levels bauen", berichtet Strauß. Offiziell eingereicht haben die fünf Studenten das Projekt beim Guiness Buch jedoch noch nicht.

Neue Features und iPad-Version
Als Gewinner der Mozilla Game Challenge dürfen die Spieleentwickler zur Game Developers Converence (GDC) nach San Francisco reisen. Zudem wollen sie Marble Run, das zugleich ihr erstes, fertiggestelltes Browser-Game war, weiterentwicklen. "Wir wollen noch einige Features hinzufügen. Es soll bald möglich sein, Bahnen nach Likes zu sortieren", erzählt Strauß. Auch eine Version für das iPad ist angedacht. Ob dem ersten Browser-Game noch weitere folgen, haben sich die Studenten noch nicht überlegt. "Möglich ist es."