Digital Life
31.01.2019

Österreicher stark von Phishing- und Virenattacken betroffen

Die Internet-Sicherheitsvorkehrungen der Österreicher liegen im EU-Schnitt. Schwache Passwörter und fehlende Updates.

Österreichische Internetnutzer sind überdurchschnittlich oft Ziel von Phishingattacken - dem Versuch, über gefälschte E-Mails oder Webseiten an persönliche Daten zu gelangen. Rund die Hälfte der im Rahmen einer europaweit durchgeführten Google-Studie heimischen Befragten gab an, bereits mit Phishing konfrontiert gewesen zu sein. In Deutschland sind nur 40 Prozent der Internetnutzer betroffen. Die unter 1.001 Befragten aus 20 EU-Ländern Anfang des Jahres durchgeführte Onlinestudie ergab zudem, dass 17 Prozent der Österreicher mit Viren oder Malware in Kontakt kamen. Damit liegen die heimischen Internetnutzer genau im EU-Schnitt, war im Rahmen eines Pressegesprächs bei Google am Donnerstag zu erfahren. Deutschland schneidet abermals besser ab: Dort kämpfte bisher nur jeder Zehnte mit Viren oder Malware.

Dabei sind die Österreicher hinsichtlich getroffener Sicherheitsvorkehrungen paradoxerweise gewissenhafter als die deutschen Internetnutzer. 31 Prozent sichern ihren Kontozugang zur Wiederherstellung durch eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse und liegen damit nur um ein Prozent unter dem EU-Schnitt. In Deutschland tun dies lediglich 23 Prozent. Eine weitere Möglichkeit, Online-Konten zu schützen, stellt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung dar. Dabei muss zusätzlich zur Passworteingabe ein SMS-Code eingegeben oder physisch per Sicherheitsschlüssel der Zugang zum Konto hergestellt werden. Jeder fünfte befragte Österreicher verwendet eine derartige Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle seine Online-Konten. Weitere 41 Prozent sichern zumindest einen Teil ihrer Konten durch eine zweite Schranke. Die deutschen Nutzer liegen jeweils um rund fünf Prozent unter dem österreichischen Wert.

Safer Internet Day

Besonders viel Sorge bereitet den Befragten die Sicherheit ihrer finanziellen Informationen. 57 Prozent machen sich darüber die meisten Gedanken. Abgeschlagen folgen Sorgen um persönliche Informationen (zwölf Prozent) und persönliche Momente (sechs Prozent). Um die Onlinesicherheit zu erhöhen, hat Google anlässlich des am 5. Februar stattfindenden "Safer-Internet-Day" Sicherheitstipps parat. Wichtig sei es laut Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Unternehmenssprecher von Google Austria, für jedes Online-Konto ein eigenes Passwort einzurichten. Hacker würden vor allem dann viel Schaden anrichten, wenn sämtliche Online-Konten eines Nutzers mit dem gleichen Passwort gesichert sind. "Ein starkes Passwort ist nicht so wichtig, wie pro Account ein eigenes einzurichten", erklärte Fasching-Kapfenberger.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Passwörter wie "123456" oder "password" bedenkenlos verwendet werden können. "Um in ein derartig gesichertes Konto zu kommen, braucht es keine großartigen Hackerfähigkeiten", sagte der Unternehmenssprecher. Updates sollten regelmäßig durchgeführt werden. Schließlich stellt veraltete Software eine der Hauptangriffsflächen dar. Um nicht Opfer einer Phishingattacke zu werden, empfiehlt es sich, verdächtige Links, E-Mails und Chat-Nachrichten zu ignorieren. Für Besitzer eines Google-Kontos empfahl Fasching-Kapfenberger einen alljährlichen "Google-Sicherheits-Check", der über das Konto durchgeführt werden könne.