Kaum Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern bei der Onlinenutzung

© Reuters CARLOS BARRIA

Digital Life
10/19/2015

Online-Shopping: Frauen kaufen Kleider, Männer Elektronik

Die mobile Internetnutzung in Österreich steigt weiter rasant, außen vor bleiben allerdings weniger gebildete Ältere. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Statistik Austria.

Das Handy löst Laptops und Netbooks beim Einstieg ins Internet zunehmend ab. Bereits 72,3 Prozent der Bevölkerung surfen unterwegs mit Handy oder Smartphone, der Wert ist bei den 16- bis 24-Jährigen mit 95 Prozent - wenig überraschend - noch viel höher ausgeprägt. Ebenfalls stark gestiegen ist die Häufigkeit, mit der User im Netz sind. Waren 2005 nur knapp 60 Prozent täglich online, sind es mittlerweile über 82 Prozent, alle Nutzer eingerechnet.

Frauen vs. Männer

Praktisch keine Unterschiede gibt es laut der Statistik Austria in der jungen Generation, was die Internetnutzung von Männern und Frauen betrifft. In der Altersgruppe bis 34 Jahren verbringen Frauen mehr Zeit in sozialen Netzwerken und kaufen sogar mehr online ein als Männer. Beim Online-Shopping zeigen sich ebenfalls thematische Unterschiede. Während Frauen sich vor allem für Kleidung, Bücher und Alltagsgüter wie Lebensmittel interessieren, kaufen Männer elektronische Geräte und Software, aber auch Filme und Musik gerne online. Reisen sind neben Kleidung die zweitmeiste eingekaufte Produktgruppe.

Steigt die Inanspruchnahme von Online-Shops weiterhin stark an, nutzen heimische Unternehmen diesen Kanal weiterhin nur zögerlich. So gaben nur 14 Prozent aller österreichischen Unternehmen (ab zehn Beschäftigte) an, ihre Waren und Dienstleistungen über eine Webseite oder über Apps zu verkaufen. Neben dem Umstand, dass sich manche Waren oder Dienstleistungen nach Auskunft der Firmen einfach nicht eignen, nannten Unternehmer auch logistische und rechtliche Hürden sowie die hohen Einführungskosten als Gründe, warum sie kein E-Commerce-Angebot haben.

Ältere holen auf

War die Nutzung des Internets bis vor einigen Jahren der jüngeren Generation vorbehalten, holen Ältere ab 65 Jahren nun stark auf. Der Auswertung zufolge sind bereits 46 Prozent der 65-74-Jährigen im Netz, 2005 waren es nur 8 Prozent gewesen. Besonders auffallend ist allerdings der eklatante Geschlechter- und Ausbildungsunterschied.

Mit 90 Prozent Internetnutzung haben überdurchschnittlich Ausgebildete (55 bis 74 Jahre) die Lücke zur jüngeren Generation fast geschlossen, während Personen mit niedriger abgeschlossener Schulausbildung der Zugang zum Internet weiterhin verwehrt bleibt (nur 25 Prozent Nutzung). Männer in dieser Altersgruppe sind generell internet-affiner als Frauen, was allerdings ebenfalls mit der höchsten abgeschlossenen Ausbildung zusammenhängen könnte.