Digital Life
05.11.2013

ORF plant Videoportal à la Netflix

Wie das "Handelsblatt" berichtet, plant der ORF eine Abo-Videoplattform.

Wir wollen nicht warten, bis Netflix den österreichischen Markt aufrollt", zitiert das Handelsblatt in der aktuellen Ausgabe ORF-Chef Alexander Wrabetz. Demnach soll am Küniglberg bereits an einem Videoportal gearbeitet werden, das sich über "Werbung, Abonnement und Abrufgebühren" finanziert.

Bis zum Ende des Jahres soll die Entscheidung stehen, wie das Portal umgesetzt werden soll. Damit könnte der ORF sein Archiv gewinnbringend im Internet vermarkten. Allerdings gibt es noch einige Hürden. Laut Handelsblatt liegen diese vor allem in den hohen Kosten für die Rechte, Technik uns Software.

Rein rechtlich wäre das Portal laut Juristenmeinung möglich, wenn der ORF dieses als eigenes Unternehmen führen würde. Allerdings müsse es dann auch selbstständig und ohne öffentlich-rechtliche Querfinanzierung stehen. Der kompliziertere Weg wäre eine sogenannte Auftragsvorprüfung bei der Medienbehörde KommAustria.

ARD und ZDF scheiterten

Auch in Deutschland planten die Öffentlich-Rechtlichen eine solche Plattform, scheiterten aber "aus Wettbewerbsgründen" am Kartellamt. Dieses Problem sieht Wrabetz nicht. "Wir gehen davon aus, dass es in Österreich keine unüberwindbaren juristischen Hürden geben wird." Angeblich will der ORF auch private Medienunternehmen ins Boot holen. "Wir wollen niemanden hindern, Marktchancen zu nutzen", wird er vom Handelsblatt zitiert.

Netflix

Die US-Firma gründete sich 1997 als Online-Videothek und ließ den Abonnenten die Filme noch per DVD bzw. Blu-ray zukommen. Bis heute änderte sich das Geschäftsmodell vom DVD-Versand zum direkten Streamingdienst. Ebenfalls produziert Netflix bereits eigene Serien wie "House of Cards" oder "Orange Is the New Black". Mit fast 24 Millionen Abonnenten ist Netflix der größte Video-Anbieter der USA und hat, gemessen an den Nutzerzahlen, bereits mehr Zuschauer als herkömmliche TV-Sender.

Seit Monaten wird spekuliert, dass Netflix bald in den deutschsprachigen Raum vorstößt und damit auch hierzulande der Platzhirsch wird.