Digital Life
28.11.2014

Piloten melden vermehrt Beinahe-Kollisionen mit Drohnen

Laut Daten der US-Flugsicherungsbehörde nehmen Situationen, in denen große Flugzeuge fast mit Drohnen zusammenstoßen, massiv zu.

Wie die Washington Post am Donnerstag berichtet, melden Piloten und Flugzeuglotsen immer öfters, dass es zu gefährlichen Situationen mit Drohnen gekommen ist. Die Daten dazu stammen von der US-Flugsicherungsbehörde Federal Aviation Administration (FAA). Demnach gab es im US-Luftraum seit 1. Juni 25 Vorfälle, in denen eine Flugdrohne „nur wenige Sekunden“ davon entfernt war, mit einem Flugzeug zu kollidieren. Außerdem gab es in diesem Zeitraum 175 Situationen, in denen Piloten Drohnen in gesperrtem Luftraum beobachtet haben. Viele der gemeldeten Vorfälle wurden nahe New York und Washington beobachtet.

Laut US-Gesetz dürfen Hobby-Drohnenpiloten ihre Drohnen legal fliegen, sofern sie eine Höhe von 400 Fuß (rund 120 Meter) nicht übersteigen und mindestens fünf Meilen (acht Kilometer) vom nächsten Flughafen entfernt sind. In vielen der aufgezeichneten Beinahe-Kollisionen flogen die Drohnen jedoch in einer Höhe von 1.000 Fuß (305 Meter). Bei einem Vorfall nahe des Flughafens LaGuardia in New York flog eines der unbemannten Fluggeräte sogar in einer Höhe von 4.000 Fuß (1.220 Meter) und kollidierte dabei fast mit einer Maschine, die sich gerade im Landeanflug befand. In einem anderen Fall meldeten drei von LaGuardia startende Flugzeuge innerhalb weniger Minuten „sehr knappe“ Begegnungen mit einer Drohne auf 2.000 Fuß (610 Meter).

Zuvor nur ein Vorfall bekannt

Bislang gab es lediglich einen offiziellen Bericht der FAA vom Mai, wo eine Drohne fast mit einer Passagiermaschine in Florida kollidiert ist. Dabei meldete der Pilot in 700 Metern Höhe das Fluggerät gesichtet zu haben. „Unsere Herausforderung ist es, Drohnen in den verkehrsreichsten und komplexesten Luftraum der Welt zu integrieren“, hieß es damals von Jim Williams, Chef der FAA-Abteilung für unbemannte Flugzeuge.

Zuletzt machte die FAA Schlagzeilen mit der Lockerung der Gesetze für Drohnen. Im September gab man bekannt, dass sechs Film- und Fernsehproduktionsfirmen eine Genehmigung bekommen, Drohnen für Videoaufnahmen zu verwenden. US-Verkehrsminister Anthony Foxx sah damals einen „Meilenstein“ in der Ausweitung des Einsatzes der unbemannten Fluggeräte.