Studie
05/11/2012

Positive Kommunikation auch in anonymen Chats

Laut Studie der ETH Zürich halten sich Menschen in anonymen Chats weitgehend an soziale Normen.

Ein anonymes Auftreten in Internet-Chats geht nach einer Studie nicht mit hemmungslosen Pöbeleien einher. Ganz im Gegenteil: Die meisten Nutzer geben sich positiv, manchmal neutral und selten negativ, haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in einer Untersuchung von Diskussionsräumen der IRC-Plattform herausgefunden. Auch in Chat-Rooms halten sich Menschen weitgehend an soziale Normen, schlossen daraus die Wissenschafter.

Erste Untersuchung mit diesem Urteil
Allerdings räumten die Forscher in ihrem am Freitag veröffentlichen Artikel ein: „Unsere Ergebnisse unterscheiden sich von vorhergegangenen Beobachtungen von emotionaler Kommunikation in Blogeinträgen und Kommentaren in Foren, die eine klare Tendenz zu negativen Äußerungen identifizierten." Der Unterschied könne in der Art der Kommunikation liegen, vermuteten die Wissenschafter. Schließlich unterscheide sich eine Unterhaltung in Chats von zeitverzögerten Kommentaren in Blogs. Außerdem besuchten viele Nutzer die Chats immer wieder und hielten sich deshalb an die üblichen Gepflogenheiten.

Emotional beständig
Bei ihrer Untersuchung fanden die Forscher heraus, dass die Nutzer in ihren Chat-Nachrichten emotional sehr beständig sind. Nur eine Minderheit der Nutzer schwankt selten zwischen verschiedenen Gefühlslagen und konstante Nörgler kommen kaum vor. Selbst bei Reaktionen auf negative Äußerungen verhielt sich die Mehrheit positiv. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschafter insgesamt 2,5 Millionen Nachrichten in Internet-Chats von mehr als 20.000 unterschiedlichen Nutzern aus. Über einen Zeitraum von 42 Tagen sammelten die Forscher Einträge aus Diskussionen über Themen wie Musik, Sport, Wirtschaft oder Politik.