Digital Life
02.04.2014

RTR will mit spanischem Regulator Betrügereien verhindern

Im Fall der 17.000-Euro-Rechnung will der heimische Telekom-Regulator Gespräche mit der spanischen Regulierungsbehörde führen, um künftig ähnliche Fälle zu verhindern.

Infolge der 17.000-Euro-Rechnung, die einem Studenten ins Haus geflattert ist, nachdem sein Handy in Barcelona gestohlen wurde, will der österreichische Telekom-Regulator RTR nun mit den spanischen Regulator zusammenarbeiten.

„Bereits seit einigen Jahren schlagen in der RTR-Schlichtungsstelle immer wieder Beschwerden über Handydiebstähle in Barcelona auf, die in sehr hohen Telefonrechnungen münden. Das Problem ist uns bekannt“, informiert Johannes Gungl, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation und Post in der RTR-GmbH. „Wir gehen davon aus, dass die Diebstähle professionell organisiert sind. Das Interesse der Diebe gilt offensichtlich den SIM-Karten und der damit verbundenen Umsatzgenerierung und nicht den Endgeräten.“

Professionelle Betrügerei

Offenbar werden in Spanien gezielt Handys von Touristen gestohlen, um deren SIM-Karten zu manipulieren. Anschließend können die Betrüger virtuelle Gespräche über die ausländischen SIM-Karten abwickeln und so parallel geführte Telefonate simulieren. Auf diese Weise ist es möglich in wenigen Stunden ein Gesprächsguthaben zu verbrauchen, das eigentlich 200 Stunden Telefonieren erfordert hätte. Ähnliche Fälle gibt es in Spanien häufiger, da die Anzahl der parallelen Verbindungen dort nicht begrenzt ist. In Österreich sind maximal zwei parallele Verbindungen möglich.

„Um diesen offensichtlich groß angelegten Betrügereien den Riegel vorzuschieben, muss man allerdings ganz oben ansetzen. Wir werden unsere internationalen Beziehungen nützen und den spanischen Regulator kontaktieren. Wir wollen klären, weshalb es in Spanien möglich ist, von einer einzigen SIM-Karte gleichzeitig zahlreiche Verbindungen abzusetzen, und etwaige Maßnahmen diskutieren beziehungsweise anregen“, erklärt Gungl. „Ich bin zuversichtlich, dass wir bei unseren ausländischen Kollegen Gehör finden werden und eine Lösung – im Sinne der Touristen, aber auch der österreichischen Betreiber – finden können.“