Ein Foto der russischen Militärbasis aus dem Jahr 2011

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Digital Life
08/11/2019

Russische Atombehörde gibt Strahlungsaustritt bei Explosion zu

Entgegen erster Behauptungen wurde bei der Explosion im Nordwesten Russlands doch radioaktives Material freigesetzt.

Die Explosion, die sich am Freitag auf einem Militärgelände in der Region Archangelsk im Nordwesten Russlands ereignete, war auf Tests mit einer "Isotop-Energiequelle für einen Flüssigtreibstoff-Raketenmotor" zurückzuführen, hieß es am Samstag von der russischen Atombehörde Rosatom. Zunächst wurde nur der "Flüssigtreibstoff-Raketenmotor" erwähnt. Da jedoch Strahlungswerte in der Region auf mehr als das 20-fache des üblichen Werts angestiegen waren, vermuteten Experten, dass wichtige Informationen zurückgehalten wurden.

Sieben Tote

Wie die New York Times berichtet, sah sich Rosatom nun offenbar dazu gezwungen, eine Stellungnahme abzugeben. Die Bevölkerung im Umkreis des Militärgeländes hatte sich unterdessen bereits massenhaft mit Jod-Tabletten aus Apotheken eingedeckt. Bei der Explosion seien fünf Rosatom-Mitarbeiter und zwei Militärangehörige ums Leben gekommen.

Test auf Plattform im Meer

Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass habe der Test auf einer Plattform im Meer stattgefunden. Die Opfer seien bei der Explosion ins Wasser geschleudert worden. Ob die Leichen anschließend auch wieder gefunden wurden, ist unklar. In der Gegend seien angeblich jedoch mehrere Rettungsautos unterwegs gewesen, deren Türen mit Plastikfolie abgedeckt waren. Die Fahrer trugen außerdem Strahlungsschutzanzüge. In einer Bucht nahe des Militärgeländes wurde zudem eine einmonatige Sperre für den Schiffsverkehr verhängt.

Langstreckenrakete

Bei dem erwähnten Raketenantrieb könnte es sich um genau jenen "Atomantrieb" handeln, der für neue Langstreckenraketen verwendet werden soll. Mit der Entwicklung dieser hatte der russische Präsident Wladimir Putin vor Kurzem öffentlich angegeben.