Digital Life
11.10.2017

Russische Hacker nutzten Kaspersky-Tool als Suchmaschine

Der israelische Geheimdienst hat sich in Kaspersky-Netzwerke eingeschleust und US-Behörden vor Angriffen russischer Hacker gewarnt.

Die Anti-Viren-Software des russischen Herstellers sei beim Ausspähen der US-Behörden als eine Art Google-Suche für sensible Informationen genutzt worden, heißt es in einem Bericht der "New York Times" vom Dienstag.

Nach Informationen der „Washington Post“ fanden die Spione Programme und Werkzeuge, die nur vom US-Nachrichtendienst NSA kommen konnten. Die NSA habe bei Ermittlungen festgestellt, dass diese Werkzeuge inzwischen in Besitz der russischen Regierung seien. Die NSA, das US-Präsidialamt und die israelische Botschaft lehnten der „ New York Times“ gegenüber eine Stellungnahme ab, während die russische Botschaft nicht zu erreichen war.

Behörden gewarnt

Die israelischen Spione hätten nach ihrer Entdeckung vor zwei Jahren die US-Behörden gewarnt, berichtete die „ New York Times“ weiter. Es ist bislang unklar, welche anderen Geheiminformationen die russischen Hacker durch den Einsatz von Kaspersky-Software erbeutet hätten.

Das Unternehmen wies der Zeitung gegenüber jede Beteiligung an Hackerangriffen zurück. „ Kaspersky Lab hat nie einer Regierung bei Cyberspionage geholfen und wird das nie tun“, erklärte das Unternehmen. Kaspersky hat weltweit 400 Millionen Kunden.

Einsatz untersagt

Das US-Heimatschutzministerium hatte am 13. September den Einsatz der Software des Unternehmens in Systemen des Bundes untersagt. Zur Begründung hieß es, Kaspersky könne von der Regierung in Moskau gesteuert sein und eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Die Firma hat Vorwürfe einer Spionage für die russische Regierung entschieden zurückgewiesen.