Digital Life
21.11.2018

Russische Nachrichten-Seite klagt Facebook wegen Zensur

Eine russische News-Site, die vom FBI mit Troll-Fabriken in Zusammenhang gebracht wird und von Facebook gelöscht wurde, zieht nun gegen das Online-Netzwerk vor Gericht.

Die Federal Agency of News (FAN) brachte am Dienstag Klage vor einem kalifornischen Gericht gegen Facebook ein und will die Wiederherstellung ihres Facebook-Auftritts erwirken, berichtet CNet.  Facebook hatte die russische Seite im April gemeinsam mit mehr als 250 anderen Konten gelöscht, weil sie mit Fake-News und der Einflussnahme auf US-Wahlen in Verbindung gebracht wurde.

Zensur-Vorwurf

Laut dem FBI soll FAN Verbindungen zur berüchtigten russischen Trollfabrik Internet Research Agency (IRA) haben. Die Federal Agency of News stellt das allerdings in Abrede. Sie bezeichnet sich selbst als „unabhängige, authentische und legitime Nachrichtenagentur“, die für die Öffentlichkeit relevante Berichte veröffentliche. Facebook behaupte die Öffentlichkeit vor Fake-News schützen zu wollen, übe aber Zensur aus, indem es der Öffentlichkeit den Zugang zu legitimen Nachrichtenangeboten verwehre, heißt es in der Klageschrift.

Verbindungen zu Troll-Fabrik

FAN-Gründerin Alexsandra Yurievna Krylova wurde im Februar vom FBI im vergangenen Jahr beschuldigt, von September 2013 bis November 2014 für die IRA gearbeitet zu haben, berichtet Bloomberg News. FAN verwies darauf, dass Krylova ihre Tätigkeit für die IRA bereits drei Jahre vor der Anklage eingestellt hätte.

FAN finanziert auch die Website USAReally.com. Dort werden Leute, die ebenfalls von Facebook gesperrt wurden, aufgerufen, sich an einer Sammelklage gegen Facebook wegen „brutaler Zensur“ zu beteiligen. Für Hinweise auf Zensur in dem Online-Netzwerk werden dort auch 5000 Dollar ausgelobt.