Digital Life
26.02.2018

Russland angeblich hinter Cyberangriff auf Olympische Spiele

Aus Rache soll Russland laut US-Geheimdiensten einen Cyberangriff auf die Olympischen Winterspiele durchgeführt und Nordkorea in die Schuhe geschoben haben.

Weil Russland nicht unter eigener Flagge an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teinehmen durfte, soll der Geheimdienst GRU Rechner in Südkorea angegriffen haben. Dies geht aus Aussagen von US-Geheimdienstmitarbeitern gegenüber der Washington Post hervor. Die Beamten behaupten Russland habe die Attacke außerdem so aussehen lassen, als käme sie aus Nordkorea. Offiziell wird diese Behauptung nicht vertreten, allerding deckt sie sich mit Berichten von privaten Sicherheitsunternehmen, die ebenfalls Russland als Ausgangspunkt für den Cyberangriff identifiziert haben.

Keine größeren Auswirkungen

Der Angriff wurde am 9. Februar, pünktlich zur Eröffnungsfeier der Sportveranstaltung durchgeführt. Der Geheimdienst GRU soll zu diesem Zeitpunkt Zugang zu mehr als 300 Rechnern der Olympia-Veranstalter gehabt haben. Außerdem sollen Router mit Malware infiziert worden seien - angeblich ein komplexer und kostspieliger Vorgang. Durch den Cyberangriff kam es zu Ausfällen beim Internetzugang und bei der TV-Übertragung, allerdings in moderatem Rahmen. Kritische Teile der Veranstaltung seien nicht betroffen gewesen, sagen die Veranstalter gegenüber Reuters. Jene wollten auch keine Aussagen dazu treffen, wen sie hinter der Attacke vermuten.

Schwieriges Verhältnis

In der Vergangenheit war es schon mehrfach zu Cyberangriffen auf das Internationale Olympische Komitee gekommen, die Russland zugerechnet worden waren. Als Grund wird die Sperre russischer Athleten wegen eines großen Dopingskandals angenommen. An den Spielen in Pyeongchang durften daher nur 169 russische Sportler teilnehmen, allerdings nicht unter der Flagge ihres Landes, sondern unter einer neutralen Olympischen Fahne und der Bezeichnung "Olympic Athletes of Russia" (OAR). Trotz der Sperre und erhöhter Aufmerksamkeit wurde erneut Doping-Missbrauch im russischen Team aufgedeckt. Bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele durften die russischen Athleten deswegen nicht, wie vereinbart, unter der russischen Flagge einziehen.

Reaktion

Von russischer Seite wird jede Beteiligung an dem Cyberangriff auf die Olympischen Spiele abgestritten. "Wir wissen, dass westliche Medien Pseudo-Untersuchungen zu russischen Fingerabdrücken bei Hackerangriffen auf die Olympischen Spiele in Südkorea planen", teilt das russische Außenministerium mit. "Natürlich wird der Welt keinerlei Beweis dafür vorgelegt werden." Wie Gizmodo berichtet, ist es fraglich, warum Russland gerade Nordkorea einen Cyberangriff in die Schuhe schieben wollen würde. Das Land hat sich bisher etwa gegen Sanktionen ausgesprochen, die aufgrund der Raketentests und Atomwaffen-Drohungen des nordkoreanischen Regimes überlegt wurden.