Digital Life
17.01.2014

Schengen-Informationssystem gehackt

In Deutschland sollen laut Medienberichten 272.606 Datensätze betroffen sein. Der Angriff liegt bereits zwei Jahre zurück.

Wie mehrere deutsche Medien berichten, wurde ein Angriff auf das Schengen-Informationssystem (SIS) vom deutschen Innenministerium bestätigt. Dabei sollen sich zwei Angreifer Zugang zu der Schengen-Datenbank verschafft haben. In Deutschland seien 272.606 Datensätze, insgesamt sogar 1,2 Millionen Datensätze betroffen. Laut Bericht des Spiegel, soll sich der Vorfall bereits vor zwei Jahren ereignet haben. In der Datenbank speichern Schengen-Mitgliedsstaaten zum Beispiel Informationen zu gesuchten Personen oder verdächtigen Fahrzeugen.

Schon im Dezember habe das Schweizer Radio RTS zum ersten Mal über den Fall berichtet, nämlich von einem Hackerangriff auf das Computersystem der dänischen Polizei. Die deutsche Bundesregierung hat nun bestätigt, dass es einen Angriff auf das dänische Schengensystem gegeben hat. Dänemark soll das Bundesamt darüber bereits am 6. März 2013 informiert haben.

Schweden entdeckte Angriff

Laut den Berichten ist die Attacke zunächst der schwedischen Polizei aufgefallen, die daraufhin Dänemark informierte. Bei den Angreifern handle es sich um einen schwedischen und einen dänischen Staatsbürger. Es soll ein externer IT-Dienstleister attackiert worden sein, der unter anderem auch das nationale Schengen-System in Dänemark betrieben hat.

Die genauen Umstände und Details zur Sicherheitslücke, über die der Zugriff erfolgte, sind derzeit nicht bekannt. Es wurde jedoch versichert, dass die Lücke mittlerweile geschlossen ist. Es gibt laut deutscher Bundesregierung auch keine Hinweise darauf, dass Daten weitergeben oder veröffentlicht wurden.