Digital Life
07.01.2013

Sensoren für Gabeln, Pflanzen und die Fitness

Am ersten Tag der Consumer Electronics Show zeichnete sich ein erster, kleiner Trend ab: Sensoren-Zubehör soll das Smartphone um neue Funktionen erweitern und so neue Anwendungsszenarien schaffen. Dabei spielt vor allem die Gesundheit eine wichtige Rolle.

„Viele Leute essen zu schnell und ernähren sich so ungesund und werden dick", sagt Philippe Monteiro da Rocha. Um dem Problem beizukommen hat er gemeinsam mit Fabrice Boutain die Firma HapiLabs gegründet. Jenes Produkt, mit dem sie auf der CES ihre Premiere feiern, soll beim Abnehmen helfen und Regelmäßigkeit in die Nahrungsaufnahme bringen. Gelingen soll das mit der Hapifork, einer „intelligenten" Gabel.

Gabelbissen
Dabei handelt es sich um ein Essbesteck, das um Sensoren und Elektronik erweitert wurde. Die Gabel misst, wann man zu Essen beginnt, wann man aufhört und wie oft und in welchen Abständen man die Gabel zum Mund führt. Alle diese Daten werden gesammelt und dann auf den Computer übertragen. Eine Software wertet die Informationen dann aus und empfiehlt, wie man sich anpassen muss. „Je langsamer man isst, desto weniger Essen ist notwendig, um sich voll zu fühlen", erklärt der Gründer das Prinzip. Die Hapifork vibriert und blinkt, wenn man so schnell isst und will den Nutzer so zu mehr Disziplin verhelfen.

Die Sensoren der CES

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eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

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eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

eHealth Sensoren CES 2013

Self Tracking am Vormarsch
Die Gabel steht symbolisch für eine Vielzahl an Gadgets, die heuer auf der CES ins Rampenlicht drängen. Bei dem Event CES Unveiled am Sonntagabend in Las Vegas widmete sich gut ein Viertel der Produkte dem Self Tracking beziehungsweise dem e- und mHealth. Hapilabs selbst etwa führt neben der smarten Gabel auch Armbanduhren und Tracker, die Bewegungen des Körpers überwachen und protokollieren. Eine ähnliche Lösung hat auch FitBug im Programm: Eine Uhr registriert Bewegungen des Körpers und misst den Puls. Auch ein Gerät zur Blutdruckmessung ist im Sortiment. Das Unternehmen Masimo bietet mit dem iSpO2 wiederum ein Add-On für Smartphones an, das an der Fingerkuppe Puls, Blutfluss und den Luftgehalt des Blutes misst.

Intelligente Waagen und Pflaster
Die französische Firma Withings, die bereits vernetzte Waagen und Blutdruckmessgeräte im Programm führt, hat einen acht Gramm leichten „Smart Activity Tracker" vorgestellt, der Schritte, Schlaf und Herzfrequenz aufzeichnet. Das 1999 gegründete US-Unternehmen BodyMedia zeigte schließlich Armbänder, die ebenfalls Puls, Bewegung und Schlafphasen messen. Neben einer Wegwerf-Lösung, die an ein Nikotin-Pflaster erinnert, hat die Firma vor allem hochwertige Armband-Lösungen im Sortiment. Der modische Aspekt der Produkte sei extrem wichtig, so eine Sprecherin.

Schöne Datenaufbereitung
Was diese Geräte alle gemein haben: Sie übertragen die Daten bequem kabellos via Bluetooth auf das Smartphone oder den Computer, wo eine Software die Informationen grafisch anschaulich darstellt und Tipps zur Verbesserung bereitstellt. Bei vielen der Lösungen ist auch ein Element von „Gamification" dabei, etwa durch Belohungsschemen oder indem man sich mit anderen online messen kann. Sie unterstreichen, dass das Phänomen des „Self Tracking" immer mehr Verbreitung findet. Was mit Lösungen wie FitBit, Runtastic oder auch MySugr ausgelöst wurde, wird nun von immer mehr Unternehmen aufgegriffen und verfolgt.

Sensoren für alle Lebenslagen
Diese „Sensorisierung" des Alltags hat auch Shawn DuBravac, Chefökonom der Consumer Electronics Association, in seiner CES-Auftaktpressekonferenz angesprochen. Immer mehr und neue Sensoren sammeln Daten, deren Auswertung das Leben des Nutzers verbessern soll. Dieses Big Data im kleinen Rahmen kann, so die von den Herstellern gezeichneten Szenarien, beim Abnehmen oder Erreichen von bestimmten Zielen helfen. Zudem erhoffen sich die Nutzer durch die Analyse der Daten ein besseres Verständnis des eigenen Körpers.

Vernetztes Wetter und Pflanzen
Die Bewegung hin zu Sensor-Zubehör hört aber nicht beim Körper auf. Auf der CES gab es beispielsweise kleine Wetterstationen von Netatmo, die mit dem Smartphone kommunizieren, zu sehen. Dabei handelt es sich um schön designte Lösungen, die den älteren Anlagen vor allem in punkto Optik überlegen sind. Sie messen die Luftfeuchtigkeit, Temperatur, CO2-Gehalt, Luftdruck und die Luftqualität.

Auch nicht mehr ganz neu ist die Idee der Pflanzensensoren. Die futurezone hat Mitte 2012 schon einmal über

und im Zuge dessen den "WiFi Plant Sensor" von Koubachi getestet. Nun steigt auch die französische Firma Parrot – bekannt für ihre Drohne - in das Segement ein. Der „Flower Power Sensor" misst Feuchtigkeit, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Düngegrad und überträgt die Daten via Bluetooth aufs Handy.

Internet der Dinge
Was auf dem Event auffiel, war die hohe Dichte an französischen Firmen im Sensor-Segment. Sowohl hinter der Wetterstation Netatmo, den eHealth-Lösungen von Withings, der Hapifork also auch dem Pflanzensensor von Parrot stecken französische Entwickler. Angesprochen darauf erklärt ein Mitarbeiter von Netatmo: „Das Internet der Dinge und die Vernetzung von Alltagsgegenständen ist in Frankreich ein großes Thema." Es werde viel Forschung betrieben und die Regierung unterstütze etliche Projekte.

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