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Digital Life
08/05/2019

Shop trickst Reseller aus, die Sneaker teurer weiterverkaufen

Weil ein Skateshop bei Onlineaktionen immer wieder Probleme mit Bots hat, dachte er sich eine Aktion aus, um diese abzuschrecken.

Reseller kaufen bei Onlineshops ein, um Waren dann weiterzuverkaufen – oft viel teurer als beim Originalhändler. Gegen diese Praxis wehrt sich nun ein kleiner Schuhladen in Frankfurt, dessen Onlineshop regelmäßig von Resellern gestürmt wird, wenn er einen Sneaker im Angebot hat. Er hat die Reseller, die häufig mit sogenannten „Bots“ agieren, schlichtweg ausgetrickst.

Statt eines Sneakers bietet der Besitzer des Skaterladens Bonkers nur Produktbilder von Sneakern an – um zehn Euro. Die Strategie geht auf. Statt der Nike-Turnschuhe ergatterten die Bots, die die Ware automatisiert bestellt hatten, nur die Bilder der Sneaker.

Ansturm auf Onlineshop

Bonkers stört an der Praxis der Reseller vor allem, dass diese Bots auf seinen Onlineshop losschicken, die rund 700.000 Zugriffe auf den Shop verzeichnen, der dadurch in die Knie geht. Das wirkt wie ein DDoS-Angriff. Im Artikel „Bonkers vs. Bots“ im Soloskatemagazin erklärt der Besitzer des Ladens, dass er diesen Strategien mit seiner Aktion „den Mittelfinger zeigen“ wollte.

Ein automatisierter „Käufer“ hat demnach 7000 Euro für 100 Bilder von Sneakern ausgegeben. Als die Reseller den „Irrtum“ bemerkt hatten, wollten sie das Geld zurück und den Auftrag stornieren. Doch die Produktbeschreibung sei „nicht irreführend“ gewesen, heißt es, die Produktbeschreibung völlig adäquat.

Die Aktion war zudem mit dem Hersteller der Sneaker, Nike, abgestimmt und via Social-Media-Kanäle angekündigt. Der Bonkers-Besitzer hofft, dass das genug Abschreckung gewesen ist und hofft, für andere Shop-Betreiber, die mit ähnlichen Problemen kämpfen, eine Inspiration gewesen zu sein.