Digital Life
27.07.2018

So gelingen die besten Fotos der Mondfinsternis am Freitagabend

Sowohl die Mondfinsternis als auch der besonders nahe Mars sind dankbare Fotomotive.

Am Freitagabend lassen sich am Himmel gleich zwei seltene astronomische Ereignisse gleichzeitig beobachten: Einerseits die mit einer Dauer von einer Stunde und 43 Minuten längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und andererseits der besonders nahe Mars. Vorausgesetzt die Wolken stören nicht, wird letzterer als ungewöhnlich heller Lichtpunkt senkrecht unter dem roten Mond zu sehen sein.

Die maximale Verfinsterung des Mondes wird um 21.30 Uhr beginnen. Ab etwa 22.00 Uhr wird es in Mitteleuropa dunkel genug sein, dass der Mond als rötliche Scheibe im Südosten gut sichtbar wird. Kurz vor Ende der Totalität um 23.14 Uhr dürfte der Blick auf den dunkelroten Vollmond voraussichtlich am lohnendsten sein. Da überdies der Abstand zwischen der Erde und dem Mars dann mit „nur“ rund 60 Millionen Kilometern äußerst gering sein wird, lässt sich auch der Rote Planet besonders gut beobachten.

Mondfinsternis am 27. Juli

Tipps für Kameras

DSLR oder Systemkamera verwenden: Wer das Himmelsereignis fotografisch festhalten will, sollte einige Grundlagen beachten. Das beste Ergebnis wird man mit einer Spiegelreflexkamera oder Systemkamera samt Teleobjektiv (Brennweite ab 200mm) erreichen. Ratsam ist es auch, ein Stativ sowie einen Fernauslöser einzusetzen. Unterstützt die Kamera WLAN, kann man eventuell auch per Handy auslösen, um Verwackler zu vermeiden. Ist beides nicht vorhanden, kann die Kamera-Funktion zum zeitverzögerten Auslösen genutzt werden.

Blende zu, ISO regulieren: Für die besten Ergebnisse sollte man die Kamera im manuellen Modus verwenden. Die Blende sollte man dabei auf einen Wert von f8 schließen und die Belichtungszeit auf 1/250 oder 1/125 Sekunden stellen. Die richtige Ausleuchtung sollte man per ISO-Wert austesten. Hier gilt es aufzupassen, da ein höherer ISO-Wert auch für mehr Bildrauschen sorgt.

Manuell Fokussieren: Ratsam ist es außerdem, auf den Autofokus zu verzichten und manuell mithilfe des Displays zu fokussieren.

Tipps für Smartphones

Wer die Finsternis mit dem Smartphone festhalten will, dürfte es etwas schwieriger haben, da die Handys in der Regel mit einer Weitwinkel-Optik ausgestattet sind. Sollte man ein Smartphone mit Dual-Kamera besitzen, ist es ratsam, die höhere Brennweite zu wählen. Möglich wäre auch der Einsatz eines externen Smartphone-Objektivaufsatzes, worunter allerdings die Qualität leidet.

Hier einige Tipps, wie auch mit dem Smartphone brauchbare Fotos entstehen:

  • Blitz ausschalten
  • Stativ verwenden (wenn vorhanden)
  • Manueller Modus. Hier am besten mit den Einstellungen spielen, bis die Auslichtung stimmt
  • Vorsicht beim Zoom. Der elektronische Zoom sorgt auch für massive Qualitätsverluste. Im Zweifel kann man das Foto auch im Nachhinein noch zuschneiden.

Ort weise wählen

Egal womit man fotografiert, wichtig ist es auch, den richtigen Ort dafür zu wählen. Hier gilt: Möglichst hoch und weg von externen Lichtquellen hat man den schönsten Ausblick. Gegenüber orf.at empfiehlt Thomas Posch, vom Institut für Astrophysik der Universität Wien, den Blick nach Südosten zu richten. „Ideal wäre ein freier Blick Richtung Südosten und Süden und ein tiefer Horizont“, wird Posch zitiert.

Das alles hilft nur solange das Wetter mitspielt. Für Österreich sind Freitagabend allerdings vereinzelte Schauer und Gewitter angesagt, speziell im Osten. Nehmt also sicherheitshalber einen Regenschutz mit - für euch und die Kamera.