Sony beschuldigt jetzt Anonymous

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Sony beschuldigt jetzt Anonymous
05/04/2011

Sony beschuldigt jetzt Anonymous

Sony hat am Mittwoch in einem Brief Anonymous für die Cyberattacke auf das Online-Angebot der Spielekonsole Playstation mitverantwortlich gemacht. In den USA prüft die Regierung unterdessen straf- und zivilrechtliche Schritte gegen Sony.

"Es wird immer deutlicher, dass Sony Opfer einer sehr gut geplanten, professionellen und genau durchdachten kriminellen Cyberattacke geworden ist,“ so Kazuo Hirai von Sony in einem Brief vom Mittwoch, der an der Mitglieder des US-Kongresses adressiert war. Sony hat darin auch Anonymous, eine lose Vereinigung von Aktivisten, indirekt angegriffen. Das Netzwerk sei zur selben Zeit angegriffen worden, als Sony sich gegen eine Denial-of-Service-Attacke von Anonymous zur Wehr gesetzt habe, heißt es in dem Brief. Man sei dadurch abgelenkt gewesen.

Anonymous hatte Sony vor mehreren Wochen tatsächlich attackiert. Hintergrund war ein Gerichtsverfahren von Sony gegen einen Hacker in San Francisco. Die Gruppe hatte in einer Videobotschaft dementiert, etwas mit dieser Attacke zu tun zu haben. Sony schrieb nun in dem Brief, dass es nicht auszuschließen sei, dass diese beiden Gruppen zusammengearbeitet hätten. Wer Sony konkret angegriffen habe, wisse man allerdings nicht.

Zwei Tage Zeit verstrichenDer japanische Unterhaltungselektronikkonzern räumte zudem ein, dass er erst zwei Tage nach dem Datendiebstahl auf dem Online-Netzwerk seiner Spielekonsole Playstation die US-Behörden informiert habe. Weitere fünf Tage seien bis zu einem Treffen mit Vertretern der Bundespolizei FBI vergangen, so Sony in der Antwort auf eine Anfrage des US-Kongresses.

In den USA wurden Forderungen laut, dass die Regierung die Möglichkeit straf- und zivilrechtlicher Schritte gegen Sony prüfen solle. Eine Anwaltskanzlei in Kanada brachte bereits eine Sammelklage über eine Milliarde Dollar auf den Weg, in der Sony eine Verletzung des Datenschutzes vorgeworfen wird.

Wie der japanische Konzern am Dienstagabend mitteilte, sollen Experten des Computersicherheitsspezialisten Data Forte in dem Fall mit den Agenten der US-Bundespolizei FBI zusammenarbeiten, die bereits ermitteln. Zudem sollen Fachleute von Guidance Software und Protiviti Netzwerke Computersysteme des Konzerns vor neuen Cyber-Angriffen schützen. Branchenexperten vermuten, dass die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard möglicherweise bereits ebenfalls Ermittler beauftragt haben. Gesetz wird geprüftUS-Senator Richard Blumenthal forderte Sony in einem Schreiben auf, Klarheit über die Zahl der gestohlenen Kreditkartendaten zu schaffen. Zudem müsse der Konzern genau darlegen, wann er was über den Datendiebstahl gewusst habe. Er werde Justizminister Eric Holder um eine Untersuchung bitten, ob Sony beim Umgang mit der Datenpanne nicht gegen das Gesetz verstoßen habe. Das Krisenmanagement des Konzerns steht schwer in der Kritik. Das Unternehmen wartete nach der Entdeckung des ersten großen Hacker-Angriffs auf sein Playstation-Netzwerk fast eine Woche lang ab, bevor es die Kunden über den möglichen Diebstahl ihrer Kreditkartennummern informierte.

Datenschutz-Behörden in vielen Ländern haben bereits Ermittlungen dazu eingeleitet. Nun könnte auf Sony eine teure Klagewelle zurollen. Eine Sammelklage wurde am Dienstag in Toronto im Namen eines 21-Jährigen Playstation-Nutzers gestartet, wie die Anwaltskanzlei McPhadden Samac Tuovi LLP mitteilte. Der angepeilte Schadenersatz von einer Milliarde Dollar solle die Kosten für die Überwachung von Kreditkartengeschäften und die Betrugsversicherung abdecken. Mehr als 100 Mio. Nutzer betroffenInzwischen sind insgesamt mehr als 100 Millionen Nutzer von den Hackerangriffen auf die Systeme des Elektronikriesen betroffen. Zunächst wurden Daten von 77 Millionen Nutzern des Online-Angebots der Spielekonsole Playstation gestohlen. Am Montag hatte der Konzern einräumen müssen, dass Hacker sich auch Zugang zu Daten von 25 Millionen Kunden des Online-Spiele-Angebots Sony Online Entertainment verschaffen konnten. Hier sind Spiele wie „EverQuest“ im Angebot, die über das Internet auf dem PC gespielt werden können. Bei den Cyber-Angriffen könnten persönliche Daten und Kreditkartennummern gestohlen worden sein. Auch Österreicher sind betroffen.

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