Digital Life
16.03.2018

Stadt verbietet das Schürfen von Kryptowährungen

Weil Strom nirgends günstiger als in Plattsburgh ist, siedeln sich dort zahlreiche Miner an – zum Ärger der Einwohner.

Plattsburgh im Bundesstaat New York ist die erste US-Stadt, die offiziell das Schürfen nach Kryptowährungen verbietet. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, das Mining für die nächsten 18 Monate zu verbieten.

Der Grund ist der niedrige Strompreis. Laut dem Bürgermeister habe man mit 4,5 Cent pro Kilowattstunde den günstigsten Strompreis auf der ganzen Welt. Unternehmen zahlen sogar nur 2 Cent. Der Durchschnittspreis in der Umgebung liegt bei 10 Cent.

Deshalb siedeln sich in Plattsburgh immer mehr Krypto-Miner an. Der Miner Coinmint hat seinen größten Standort in Plattsburgh. Dieser soll im Jänner und Februar für zehn Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Stadt verantwortlich gewesen sein, berichtet Motherboard.

Strom zukaufen

Die Stadt hat ein Kontingent von 104 Megawatt-Stunden pro Monat. Wird das überschritten, muss der Strom vom offenen Markt hinzugekauft werden, was für höhere Stromrechnungen sorgt. Laut dem Bürgermeister hätten sich Einwohner beschwert, dass ihre Stromrechnung plötzlich um 100 oder 200 US-Dollar angestiegen ist.

Beim Mining handelt es sich im Grunde um ein Ratespiel. Der User, der den richtigen Wert am schnellsten errät, erhält als Belohnung Kryptowährung. Je höher die Rechenleistung, desto mehr Rateversuche kann man pro Sekunde abgeben. Und viel Rechenleistung benötigt viel Energie.