Digital Life
03.12.2011

Starke Zuwächse beim Schallplattenverkauf

Die Schallplatte erlebt heuer in Deutschland einen zweiten Frühling. 2011 sollen nach Angaben der Tonträgerindustrie so viele Vinyl-Scheiben verkauft werden wie seit 17 Jahren nicht mehr.

Wie das Nachrichtenmagazin „ Focus“ (Artikel nicht online) unter Berufung auf den Bundesverband Musikindustrie berichtet, werden bis Jahresende in Deutschland etwa 1,65 Millionen Vinyl-Platten verkauft sein. Das seien so viele wie seit 17 Jahren nicht mehr. In den ersten drei Quartalen stieg der Absatz dieser Scheiben demnach um zehn Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

"Überdruss am Digitalen"
Das Comeback der Langspielplatte erklärte der Leiter der Popakademie Baden-Württemberg, Hubert Wandjo, mit einem zunehmenden Überdruss am Digitalen. „Viele Menschen haben wieder mehr Freude am haptischen Erlebnis, also an Dingen, die sie anfassen und wirklich besitzen können“, sagte Wandjo dem Magazin. In Österreich stiegen die Umsätze mit Vinyl-Schallplatten im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf eine Million Euro.

USA: Boom flacht ab
In den USA, wo der Vinyl-Absatz in den vergangenen Jahren Zuwachsraten von mehr als 40 Prozent verzeichnen konnte, dürfte das Interesse an den schwarzen Scheiben unterdessen wieder abflachen, berichtet das Branchenblog Digital Music News. Im heurigen Jahr rechnet etwa das Marktforschungsinstitut StreetPulse für den der Vinyl-Schallplatten bestimmenden Sektor der unabhängigen Plattenläden nur noch mit einem Absatzplus von knapp drei Prozent.

Mehr zum Thema