Digital Life
10.04.2015

Start für Online-Plattform für technikbegeisterte Mädchen

Projekte, mit denen Mädchen und junge Frauen für Technik begeistert werden sollen, sind seit Freitag auf einer neuen Online-Plattform gebündelt abrufbar.

Mit wenigen Klicks können sich Interessierte über das Portal "Meine Technik" über die momentan mehr als 250 Initiativen informieren, hieß es bei der Präsentation der Website. Für Frauen und Mädchen sei es leider immer noch schwierig „gewisse Barrieren zu überwinden, wenn es um Technik geht“, erklärte Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die von ihrem Ressort initiierte Plattform soll in erster Linie über das weite Feld an Initiativen informieren, die dem entgegenwirken wollen.

Besonders wichtig sei es, bereits sehr früh damit zu beginnen, Mädchen ihre technisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen bewusst zu machen. So werde etwa der bundesweite „Girl's Day“ am 23. April erweitert: Mit dem „Girl's Day MINI“ will man heuer erstmals auch Mädchen im Kindergartenalter erreichen, erklärte Heinsch-Hosek.

An vielen Projekten sind etwa die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beteiligt. Angesichts der Altersstruktur im Unternehmen müsse man gerade in den kommenden Jahren neue Spezialisten ausbilden. Wenn es nicht gelinge, auch vermehrt junge Frauen anzusprechen und für einen technischen Lehrberuf oder zu einem einschlägigen Studium zu motivieren, werde sich das künftig auch negativ in den Unternehmenszahlen niederschlagen, zeigte sich ÖBB-Chef Christian Kern überzeugt.

30 Prozent Anteil an TU Wien

Auch die Technische Universität (TU) Wien tue einiges, um junge Frauen für ein technisches Studium zu gewinnen, so Vizerektorin Anna Steiger. In diesem Bereich brauche es vor allem niederschwellige Angebote, das Schlagwort „Frauenförderung“ wirke hier manchmal sogar abschreckend. Der Anteil weiblicher Studenten an der TU liege momentan bei etwa 30 Prozent. Diese Zahl sei aber trügerisch, da der Anteil in der Architektur um die 50 Prozent betrage, in Ingenieursstudien dafür nur etwa zehn Prozent. Das Interesse an Technik bei sehr jungen Mädchen unterscheide sich jedenfalls nicht von dem der Buben. Zum Bruch komme es erst nach dem Kindergartenalter.

Auch am Technischen Museum denke man seit vielen Jahren intensiv darüber nach, wie Technik für Mädchen und Frauen attraktiv präsentiert werden könne, so Direktorin Gabriele Zuna-Kratky. Sie zeigte sich erfreut, dass viele der Projekte mit Beteiligung des Museums nun auf der Plattform vertreten sind. Zuna-Kratky verwies auch auf die am Donnerstag erfolgte Auftaktveranstaltung zur in Kooperation mit der Industriellenvereinigung durchgeführte Initiative „Technik kinderleicht!“. Bis 16. April können sich Kindergartenpädagogen um einen von insgesamt 25 Plätzen in einem Weiterbildungsprogramm zur Vermittlung von naturwissenschaftlich-technischen Inhalten bewerben.