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Kongress Technolution holt Frauen in der Technik vor den Vorhang.

Die Initiatoren von Technolution
Die Initiatoren von Technolution - Foto: Technolution
Am 18. Oktober findet der Wettbewerb “Frauen setzen starke Zeichen” seinen Höhepunkt im Technischen Museum Wien. Neben einer Ausstellung gibt es Voträge und und Führungen.

Die Initiative Technolution, eine gemeinsame Aktion des Vereins TechWomen und der Agentur Cox Orange, hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Frauen für Technik zu begeistern. Unter dem Motto “Frauen setzen starke Zeichen” lief über die vergangenen Monate ein Kreativwettebwerb, der Schülerinnen und Schüler darauf aufmerksam machen sollte, wie selbstverständlich weibliche Technik eigentlich ist. Im Sommersemster wurde an Österreichs Oberstufen dazu aufgerufen, sich mit technischen Errungenschaften von Frauen aus der Vergangenheit auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, wie der heutige Alltag aussehen würde, wenn es diese Erfindungen nicht gebe. Insgesamt haben 106 Schülerinnen und Schüler an Einreichungen für den Bewerb mitgearbeitet.

Am 18. Oktober findet die Aktion von Technolution nun ihren Höhepunkt bei einem Herbstkongress im Technischen Museum Wien. Dabei werden einerseits die Siegerprojekte ausgezeichnet, andererseits wird es Vorträge geben und junge Technikerinnen machen auf Möglichkeiten aufmerksam, die es im Rahmen einer technischen Karriere gibt. “Das Technische Museum wird gestürmt werden”, sagt Carina Felzmann von Cox Orange im Rahmen der Auftaktpressekonferenz am Mittwoch in Wien. Mehr als 500 Anmeldungen habe es bereits für den Event gegeben.

Nachholbedarf

Trotz zahlreicher Initiativen sind viele Technikbereiche nach wie vor eine Männerdomäne, heißt es seitens der Initiatoren. Auf der TU Graz beispielsweise liegt der Frauenanteil bei den Studienanfängern bei 27 Prozent, bei klassischen Ingenieurswissenschaften nur mehr im einstelligen Bereich. Ähnlich ist es bei technischen Lehrberufen. Ein paar Ausnahmen gebe es aber: Etwa in der Chemie oder Architektur, dort liegt der Frauenanteil bei über 50 Prozent.

Leider prägen klassische Rollenvorstellungen weiterhin die Sozialisation von Mädchen und verhindern so, dass technische Kompetenz zum Selbstverständnis von Weiblichkeit gehört. Dass es sehr wohl viele, viele technische Errungenschaften gab und gibt, die aus Frauenhand stammen, zeigen Beispiele wie Sarah Bazeley, die den Reifendruckprüfer erfand, Maria Telkes entwickelte das erste Solar-beheizte Haus. Hedy Lamarr, die österreichische Schauspielerin ist verantwortlich für die Erfindung des Frequenzsprungverfahrens, eine Technik, die Geräte, die die selbe Frequenz nutzen, abhörsicher macht. Ein ebenso herausragendes Beispiel ist Ada Lovelace, die Britin gilt als Erfinderin der ersten Programmiersprache.

Bewusstseinsbildung

“Wir beteiligen uns seit Jahren aus Gründen der Bewusstseinsbildung an diesen Kongressen und wir wollen klarmachen, dass Frauen in technischen Berufen weitaus bessere Chancen haben”, sagt Maria Rauch-Kallat in ihrer Funktion als Präsidentin des Verbandes TechWomen. Dieser fördert nationale und internationale Projekte von Frauen in der Technik und hat sich zum Ziel gesetzt, die Situation von Frauen in der Technik zu verbessern. “Wir müssen technische Berufe bei Frauen fördern, allein schon, weil diese zu den besser bezahlten Jobs gehören als jene, die nach wie vor überwiegend von Frauen gewählt werden”, sagt Rauch-Kallat.

“Frauen sind häufig besser ausgebildet, hoch motiviert und trotzdem bleiben sie irgendwann auf dem Weg zum Erfolg auf der Strecke”, ergänzt Johanna Klostermann, Vorstandsmitglied von TechWomen. Das liege einerseits an männlich geprägten Strukturen und Werten. “Die Technik in der Struktur hat aber durch technisch, praxisnahe Erfindungen von Frauen schon längst bewiesen, dass Frauen gerade diese Werte besitzen und daher gemeinsam noch mehr erreicht werden könnte.”

Falsche Klischees

Auch die FH Technikum Wien sowie die Kapsch Group sind Partner von Technolution. Beiden sei es ein Anliegen, mehr Frauen für Technik zu begeistern. Zusammenarbeit mit Schulen sei wichtig, sagt Fritz Schmöllebeck, Rektor der FH Technikum Wien. Es würden immer noch falsche Klischees  vermittelt. “Man muss nicht fehlerfrei Mathematik beherrschen, um ein technisches Studium anzufangen.” Generell wünscht sich Schmöllebeck mehr Studierende im Technik-Bereich, sowohl Frauen als auch Männer.

“Wir haben alle ein gemeinsames Ziel, mit Vorurteilen aufräumen. Also mit Sätzen wie: Große Erfindungen kommen von großen Männern”, so Katharina Riedl, Sprecherin von Kapsch. Aus Sicht des Unternehmens seien gemischte Teams die besten Teams. Daher fördere der Konzern Frauen im Unternehmen und besonders in technischen Berufen. Ziel ist es, den Frauenanteil in der Unternehmensgruppe von derzeit 30 Prozent noch weiter zu steigern.

Die futurezone wird auch vom Kongress im Technischen Museum berichten. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

(futurezone) Erstellt am 09.10.2013, 15:00

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