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futurezone Weihnachtsgeschichte
12/14/2011

Teil 10: "Geschenk mit Liebe"

Im zehnten Teil der futurezone-Weihnachtsgeschichte bleibt die Grenze zwischen Realität und Illusion fließend. Während Clara noch an der eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifelt, stellt der mysteriöse Eindringling neue Forderungen. Der Beitrag stammt von Andi Ithiliel.

Die futurezone Weihnachtsgeschichte bisher:

Teil 1: "Meine Güte Weihnachten" - Eva Rossmann
„Meine Güte, Weihnachten“, stöhnt Clara und gibt ein paar Suchbefehle ein. Sie wird es effizient erledigen, so wie alles andere. Nasenhaartrimmer für Vater, klick, bestellt. Wohlfühlhausanzug für Mutter – nur mehr in Rosa verfügbar. Why not? Klick. Robby wird nie ein Heimwerker. „Gesamtausgabe“ tippen. „Sonderangebot“ dazu. Garfield. Passt besser als Nietzsche. Ein Intellektueller ist er nicht. Klick. Peter … hmm … Mist! Ein großes W fliegt über den Bildschirm, dann schneit es viele kleine Buchstaben und ein eigenartiges Wesen sieht Clara an:

Teil 2: "Weihnachtsspecial" im Scherzartikelladen - Livia Cravos
"Weihnachtsspecial" steht groß auf der Website. Das seltsame Wesen ist eine Mischung aus Santa Claus und Christkind. Blonde Locken fallen über dessen Schultern und auf dem Kopf sitzt eine rote Weihnachtsmannmütze. Mit roten Apfelbäckchen und weißen Zähnen strahlt es Clara unter dem weißgrauen Rauschebart hervor an. Auf einen Scherzartikelladen hätte Clara bei dem Namen Peter eigentlich auch von selbst kommen können. Sie schüttelt den Kopf. Dass ihr das nicht sofort eingefallen war. Clara klickt auf das Angebot.

Teil 3: "Das gibt`s nicht" - Herbert Krenn
Nichts geschieht. „Come on, ich muss weiter, mach schon. …“ Ein schneller Blick noch durchs Fenster. Draußen mitten in dem riesigen Wohnblock, wo sie nun lebt, fallen jetzt dicke Schneeflocken vom Himmel. „Cool, es schneit. Fast schon kitschig. Wie damals …“ Bevor die Erinnerung sie wieder einholen kann, zwingt sie sich, Ihre Konzentration wieder auf den Bildschirm zu legen. Noch immer nichts. „Mist, was ist mit der Seite los. Das dauert wieder ewig.“ Clara klickt nochmal und nochmal und … „Hey, was …“, Sie kann es gar nicht fassen, was sie da mit ihren eigenen Augen sieht. „Das gibt’s nicht“.

Teil 4: "Bevor ich durchdrehe" - Sabine Marx
Langsam verzerrt sich das Bild und die Gesichtszüge verändern sich. Aus den blonden Locken entwickelt sich eine schwarze Kurzhaarfrisur und aus dem weißgrauen Rauschebart entsteht ein Bart a la Stefan Raab. Das breite Gesicht verschmälert sich und die Backenknochen und das Kinn treten stärker hervor. Erstaunt starrt Clara auf den Bildschirm. Nein, das ist kein Scherzartikelladen. "Vielleicht sollte ich eine Pause machen, bevor ich durchdrehe!", schießt es Clara durch den Kopf, aber sie kann die Augen nicht vom Computer trennen. Aus diesem liebenswerten Mischwesen wurde Peter - aber nicht irgendein Peter- nein, mein Peter ! Aber warum ? Hat er jetzt seine eigene Homepage ? Nein, ganz im Gegenteil...

Teil 5: "Ein Mann der alten Zeit" - Julia Krenn
"Ach Blödsinn- kann gar nicht mein Peter sein, hat ja keinen Computer und DAS im 21. Jahrhundert. Peter ist ja ein Mann der `alten Zeit`". Kein Computer, kein Internet, besorgt alle Weihnachtsgeschenke noch selbstständig im Geschäft. Wenn ich nur daran denke diese Menschenmassen, die Hektik, dass wäre NICHTS für mich. Plötzlich erscheint wieder dieses Bild. Schönlangsam wird es unheimlich. Meine Gedanken kreisen und kreisen. JETZT HAB ICH´S!!! Es könnte ja sein das Peter einen Doppelgänger hat. Will herausfinden, wer er ist. Konzentration. Zurück zu den Weihnachtsgeschenken die sind jetzt gerade wichtiger! HALT, Stopp da ist wieder diese Figur. Die Figur spricht zu mir: Folge mir...

Teil 6: "Die Hand" - Birgit Linhart
Hätte Clara doch niemals ihre Daten so freizügig verschenkt! Sie denkt an die vielen Bestellungen im Internet und starrt auf das Ergebnis all ihrer Eingaben: PETER oder sein Doppelgänger! "So, mein Lieber, wer auch immer du bist, du wirst mich sicher nicht meiner seligen Vorweihnachtszeit berauben.", murmelt Clara, als sie den Beschluss fasst, zum Gegenangriff überzugehen. "Und übrigens, MEIN Peter hat eine andere Stimme!" Klick... FOLGEN...Der Bildschirm beginnt zu flackern, Clara wird vom gleissenden Licht geblendet. Sie muss ihre Augen schließen und spürt nur noch, wie eine Hand ihre ergreift...

Teil 7: "Die zündende Idee" - Julia Krenn
Clara versucht die Augen zu öffnen doch sie schafft es nicht, noch immer blendet sie das Licht zu stark. Um Clara herum drehte sich alles. Als sie endlich die Umgebung wieder wahr nehmen konnte, sah sie Peter oder seinen Doppelgänger vor sich stehen. War ER es der nach ihrer Hand griff, oder gab es noch einen unerwünschten ``Gast`` in ihrem Zimmer.? Panisch starrte sie auf diese Figur, doch als ihr dann etwas auf die Schulter griff, war es für sie klar, es musste noch irgendjemand oder irgendetwas in ihrem Zimmer sein. ``Das ist DIE zündende Idee``, dachte sich Clara. Da ihr Sessel Rollen hatte rollte sie langsam Richtung Lichtschalter. Sie ließ sich von absolut GAR NICHTS aufhalten, nicht einmal davon das ihr Radio aufeinmal Beerdigungslieder spielte. Sie war wild entschlossen dieses Rätsel ein für-alle-mal zu lösen. Clara drückte den Lichtschalter...

Teil 8: „Der kann was erleben“ - Marko Zlousic
Normales Licht. Endlich. Clara konnte wieder etwas sehen. Da war ihr Tisch, das alte MacBook und das altersschwache Radio, das notdürftig in das Bücherregal gequetscht werden musste, dachdem sie und Peter in die viel zu kleine Wohnung mitten in der Altstadt gezogen waren. Ihre Panik und Angst wichen dem aufkommenden Ärger auf Peter und den Umzug, in den sie sich von ihm hineintheatern hat lassen. „Der kann was erleben“, sagte sie sich, sprang aus dem Sessel und stürmte auf den Unbekannten zu...

Teil 9: „Mach jetzt nichts falsch.“ - Werner Reiter
Der hob die Hand und Clara spürte, dass es ein Fehler wäre weiterzulaufen. Sie war ganz bestimmt keine Frau, die an Geister glaubte. Was hier geschah konnte sie sich rational nicht erklären und das machte sie wütend. Vielleicht war sie einfach nur überarbeitet. In den vergangenen Wochen war im Büro verdammt viel zu tun gewesen und die Weihnachtvorbereitungen taten ihr Übriges. Jedes Jahr dasselbe: Die Menschen bemühten sich mit aller Kraft, Gefühle aus ihrer Kindheit zurückzuholen. Dabei war da längst kein Weihnachtszauber mehr. Der Unbekannte schien ihre Gedanken erraten zu haben. „Dieses Weihnachten wird anders. Setz Dich an den Rechner und mach jetzt ja nichts falsch.“

Teil 10: "Geschenk mit Liebe" - Andi Ithiliel

Falsch machen? Was sollte sie denn bitte falsch machen. Ihr war jetzt einiges klar geworden. Das hier war nur ein Traum. Sie war zu überarbeitet. Genau. Das und zu viel Stress. Immer dieser Weihnachtsstress! Und dabei bestellte sie ohnehin nur via Internet. Sie muss an den echten Peter, an ihren Peter denken. Wieder wird ihr beinahe übel, als sie daran denkt, wie er durch die Straßen läuft und persönlich in die Geschäfte geht. "Setz dich an den Rechner", befahl der andere Peter noch einmal. Clara tat als würde sie gehorchen. "Du wirst jetzt in aller Ruhe und nach bestem Gewissen ein Geschenk für mich suchen. Und zwar mit Liebe!" "Gar nichts werde ich machen," dachte Clara und schaltete den Computer aus. Doch nichts geschah.

Schreiben Sie mit
Schreiben Sie die futurezone Weihnachtsgeschichte auf der eigens dafür eingerichtete Facebook-Seite weiter (Bitte nicht mehr als 500 Zeichen oder rund zehn Zeilen) oder schicken Sie ihren Vorschlag an redaktion@futurezone.at. Beiträge die uns bis Donnerstag, den 15.12. 10.00 Uhr, erreichen, werden für die Fortsetzung der Geschichte berücksichtigt. Der aus den Leser-Beiträgen ausgewählte 11. Teil der Weihnachtsgeschichte wird am Donnerstag, den 15.12. um 11.00 Uhr veröffentlicht und kann danach weitergeschrieben werden.

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