Digital Life
24.10.2017

Test: Facebook verbannt Seiten-Postings aus Newsfeed

Facebook testet in sechs Ländern einen neuen Newsfeed, der ausschließlich aus Postings von Freunden besteht. Wer mehr Reichweite will, muss dafür bezahlen.

Die Social-Media-Plattform Facebook testet derzeit einen neuen Newsfeed, der schwere Folgen für die organische Reichweite von Facebook-Seiten haben könnte. Der US-Konzern verbannt Postings von Facebook-Seiten in einen eigenen „Explore“-Feed, im Newsfeed tauchen nur mehr Postings von Freunden und bezahlte Anzeigen auf. Facebook bestätigte, dass man diese Aufteilung derzeit in Sri Lanka, Bolivien, der Slowakei, Serbien, Guatemala und Kambodscha teste. Eine Ausweitung der Tests sei vorerst nicht geplant.

Die Veränderung fiel insbesondere Filip Struhárik, einem slowakischen Journalisten, auf. Dieser hakte bei Facebook nach, nachdem die organische Reichweite von Facebook-Seiten um 60 bis 80 Prozent abgenommen hatte. Die Veränderung könnte insbesondere Nachrichten-Portale hart treffen, die nach dem „Buzzfeed“-Prinzip einen Großteil ihrer Nutzer über Social Media ansprechen. Diese müssten nun Anzeigen oder gesponserte Beiträge schalten, um im Newsfeed aufzutauchen.

Vorerst nur ein Test

„Wir wollen im Zuge dieses Tests herausfinden, ob Nutzer eigene Bereiche für private und öffentliche Inhalte bevorzugen. Wir werden den Erfahrungen der Nutzer zuhören, um zu verstehen, ob diese Idee weiter verfolgt werden sollte“, gab Facebook bekannt. Der Test soll aber vorerst auf diese sechs Länder beschränkt bleiben. In anderen Regionen gibt es zwar auch einen „Explore“-Feed, dieser zeigt jedoch für den Nutzer interessante Postings von Seiten, denen man bislang noch nicht folgt.

Matti Littunen, Analyst bei dem auf Medien- und Telekommunikationsunternehmen spezialisierten Enders Analysis, bezeichnet diesen Schritt als „klassische Facebook-Strategie: Zunächst wird einem Content-Format viel organische Reichweite gegeben, dann muss man für Reichweite bezahlen und zum Schluss kommt man nur mehr gegen Geld an die Nutzer.“