NETZPOLITIK
03/07/2011

Tim Berners-Lee: "Das Web ist gefährdet"

Der Gründer des World Wide Web warnt davor, dass das offene Netz gefährdet sei. Er kritisiert geschlossene Systeme wie Apples iTunes oder Facebook und fordert Gesetze, um die Netzneutralität zu sichern.

Soziale Netzwerke wie Facebook gefährden die Entwicklung des Web, so Tim Berners-Lee in einem ausführlichen Artikel für den "Scientific American". Die Informationen, die Nutzer auf Facebook posten, seien vom Rest der Welt ausgesperrt, im System gefangen. Das sei eine Gefahr für die Universalität des Internets, meint Berners-Lee. Auch Leute mit Behinderung werden ausgesperrt.

iTunes "zentralisiert und abgeriegelt"

Neben Facebook sei auch Apples iTunes "zentralisiert und abgeriegelt". Dadurch sei man in einem einzelnen Shop gefangen und vom freien Markt abgeschnitten. Berners-Lee macht hingegen auf offene Web-Standards aufmerksam und lobt Projekte wie Diaspora, Gnu.Social oder ident.ica. Diese seien wichtig, um den Monopolen entgegenzutreten, damit Innovation weiterhin eine Chance im Web habe.

Netzneutralität braucht Regeln

Berners-Lee spricht sich zudem für Gesetze zum Schutz der Netzneutralität aus, auch wenn er sonst Regeln im Web für eher weniger sinnvoll hält. Die Netzneutralität sei jedoch unabdingbar für einen fairen Wettbewerb. Nur wenn die Freiheit und Offenheit im Web weiterhin zugelassen wird, sieht Berners-Lee eine Zukunft. "Das Ziel des Webs ist es, der Menschheit zu dienen".

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(futurezone)