Digital Life
10.10.2017

US-Post arbeitet an selbstfahrenden Lieferwägen

Die US-Post will künftig selbstfahrende Lieferwägen einsetzen. Die Postboten könnten so bereits vor der Ankunft am Zustellort die Briefe und Pakete vorbereiten.

Die US-Post (USPS) will in den kommenden sieben Jahren Teile seiner 228.000 Fahrzeuge umfassenden Flotte auf selbstfahrende Lieferwägen umstellen. Das geht aus einem Bericht hervor, der vergangene Woche veröffentlicht wurde. Demnach will man mit der University of Michigan zusammenarbeiten, die an einem entsprechenden Prototypen arbeiten soll.

Die US-Post erhofft sich dadurch vor allem Effizienzsteigerungen. Während das Fahrzeug selbstständig auf der Straße unterwegs ist, soll der Postbote bereits Briefe und Pakete für die Zustellung vorbereiten. Bislang konnte der Postbote diese Sortierung erst vornehmen, wenn er am Zielort angekommen war.

Ab 2019 erste Tests

Zu Beginn sollen die Fahrzeuge jedoch lediglich semi-autonom unterwegs sein, ähnlich wie bei Teslas Autopilot. Der Fahrer muss dabei stets in der Lage sein, im Notfall einzugreifen. Das könnte aber insbesondere auf ländlichen Strecken, auf denen die Fahrzeuge zuerst getestet werden sollen, nur selten der Fall sein. Die US-Post hofft, dass durch den geringeren Verkehr und die langen Strecken der Nutzen am Land besonders groß ist.

Bereits 2019 sollen zehn Prototypen in ländlichen Regionen getestet werden. Bei Erfolg könnten zwischen 2022 und 2025 alle 28.000 ländlichen Routen mit derartigen Fahrzeugen beliefert werden.

Keine Entlassungen geplant

Die US-Post möchte auf diesem Weg vor allem Geld sparen. Allein im Vorjahr verzeichnete man aufgrund der kostspieligen Pensionsvorsorge einen Verlust in der Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar. Das Gesetz verlangt, dass das USPS die Pensionen all ihrer Mitarbeiter vorfinanzieren muss. Insgesamt beschäftigt USPS mehr als 310.000 Postboten.

Entlassungen seien vorerst nicht geplant, dennoch will man sich erst mit den Gewerkschaften unterhalten, wenn der Prototyp fertiggestellt wurde. Eine weitere mögliche Einnahmequelle: Der Verkauf von 3D-Daten. Da die gewaltige Flotte der Post täglich unterwegs ist, könnte man stets aktuelle 3D-Karten der Umgebung bieten und diese an Unternehmen weiterverkaufen.

Harte Konkurrenz

USPS verspürt außerdem den Druck privater Lieferdienste wie FedEx, DHL oder UPS. Diese investieren stark in autonome Technologien, unter anderem auch Drohnen. Auch Online-Versandhändler Amazon forscht an derartigen Technologien.