Digital-Life 14.12.2016

US-Wahl: Tippfehler Schuld an geleakten Clinton-Mails

Russische Hacker versuchten mit Phishing-Mails Zugang zu Politiker-Konten zu erlangen. Wegen eines Tippfehlers konnten sie Tausende Mails stehlen.

„Dieses Mail ist legitim“, antwortete der Clinton-Kampagnenleiter John Podesta auf die Mail eines Mitarbeiters, der mit Phishing-Mails bombadiert worden war und dann nachgefragt hatte, was er dagegen tun könne. Der Kampagnenleiter wollte eigentlich „illegitim“ tippen. Und: „ John muss sofort sein Passwort ändern.“

Dieser Tippfehler führte am Ende dazu, dass russische Cyberkriminelle Zugang zu Tausenden Mails aus dem Clinton-Wahllkampfteam erlangte. Das berichtet „The Register“. 60.000 Mails gingen durch diesen Fehler in Besitz der russischen Kriminellen über, darunter zahlreiche Mails des Kampagnen-Leiters mit Hillary Clinton.

Bei WikiLeaks tauchten einige dieser Inhalte später auf und spielten im US-Wahlkampf eine große Rolle. Es wurde sogar spekuliert, ob dieser Leak Hillary nicht am Ende den Sieg gekostet hat.

Wie die „New York Times“ berichtet war das jedoch nicht die einzige Cyber-Panne im US-Wahlkampf. Die Demokraten nahmen die Anrufe des FBI mit Warnungen vor Cyberangriffen nicht ernst. Anrufen könne schließlich jeder und sich als das FBI ausgeben, hieß es dazu. Damals war auch noch nicht klar, wer hinter den zahlreichen geballten Attacken stand. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass russische Kriminelle dahinter stecken. Die Quelle: Indizien des US-Geheimdienstes. US-Präsident Donald Trump zweifelt jedoch. Abgeordnete beider großen US-Parteien haben sich allerdings für eine Untersuchungskommission ausgesprochen.

(futurezone) Erstellt am 14.12.2016