Digital Life
01.12.2018

Was Piloten auf Langstreckenflügen zu tun haben

Man könnte meinen, sobald der Autopilot übernommen hat, können sich Piloten ausrasten. Dem ist aber ganz und gar nicht so.

Wenn das Flugzeug abhebt und in den Autopilotenmodus übergeht, haben die Piloten bis zur Landung nicht mehr viel zu tun, könnte man meinen. Dem ist aber nicht so: Selbst auf Langstreckenflügen wird den Piloten in den seltensten Fällen langweilig. Denn auch wenn das Flugzeug vom Autopiloten gesteuert wird, haben die Piloten wichtige Aufgaben zu erledigen.

Die Flugroute wird vor Abflug berechnet und in den Bordcomputer eingegeben. An diese Daten hält sich dann der Autopilot beim Navigieren durch die Lüfte. Das aktuelle Wetter sowie die verfügbaren Vorhersagen werden in der Planung der Route berücksichtigt. Doch auf Flügen, die oft zwölf Stunden und länger dauern, kann sich das Wetter auch ändern. Ebenso durchfliegen die Maschinen auf diesen langen Strecken manchmal mehrere Wettersysteme mit unterschiedlichen Gegebenheiten.

Meteorologe

Während also der Autopilot das Flugzeug fliegt, ist einer der Piloten permanent damit beschäftigt, das Wetter sowie die aktualisierten Wettervorhersagen zu kontrollieren. Dabei wird der Pilot von Flugsicherungen am Boden mit aktuellen Wetterdaten versorgt. Natürlich verfügen auch die Flugzeuge selbst über moderne Radarsysteme, die das Wetter auf der Flugroute beobachten. Ebenso werden Wetterinformationen von anderen Flugzeugen, die sich auf derselben Flugroute befinden, von den Piloten analysiert.

Hat sich das Wetter seit Abflug geändert und es zieht beispielsweise ein plötzliches Gewitter auf, können beziehungsweise müssen die Piloten die Flugroute entsprechend abändern und das Schlechtwettergebiet umfliegen. Bei der Planung der Ausweichroute müssen die Piloten genau kalkulieren und den vorhandenen Treibstoff in die Berechnungen miteinbeziehen.

Ingenieur

Der Treibstoff birgt noch eine weitere Aufgabe für Piloten auf Langstreckenflügen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in einer Höhe von zehn Kilometern und mehr, müssen die Piloten die Temperatur des Treibstoffs stets im Auge behalten. Denn es kann passieren, dass in den äußeren Tanks die Temperatur so niedrig wird, dass der Treibstoff nicht mehr flüssig ist. In so einem Fall müssen die Piloten frühzeitig reagieren und den Treibstoff in einen der inneren Tanks umleiten, wo in der Regel gemäßigtere Temperaturen vorherrschen.

Funker

Neben den Austausch von Wetterdaten informieren sich Piloten, die sich auf derselben Flugroute befinden unentwegt gegenseitig über mögliche Turbulenzen. Denn auch wenn aufgrund von Wetter und Winden keine Turbulenzen zu erwarten sind, können so genannten Clear Air Turbulences zu jeder Zeit unerwartet auftreten. Registriert ein Flugzeug derartige Klarluftturbulenzen, wird es anderen Piloten per Funk mitgeteilt, sodass sie Crew und Passagiere frühzeitig darauf vorbereiten können.

Bürokrat

Die Aufgaben von Piloten auf Langstreckenflügen beinhalten auch jede Menge Papierkram. Bei der Vorbereitung des Fluges wird ein detaillierter Plan erstellt, der sämtliche Informationen über Route, Treibstoff und Wetter beinhaltet. Während des Fluges muss dieser Plan von den Piloten permanent kontrolliert und mit Notizen versehen werden. Jede Änderung am Plan muss ebenso ausführlich und bis ins kleinste Detail vermerkt werden.

Pausenzeit

Wenn es die Situation zulässt oder die Arbeitsgesetze verlangen, können sich die Piloten natürlich auch ausrasten. Dafür sind Langstreckenflugzeuge mit speziellen Crew-Kabinen ausgestattet. Auf extrem langen Langstreckenflügen kann es auch sein, dass es für die Piloten eine komplette Ersatzmannschaft gibt, die sich entsprechend abtauscht.