Digital Life
10.08.2017

"Watch": Facebooks TV-Offensive startet offiziell

Facebook will künftig eigene Serien produzieren und damit im Streaming-Markt mitmischen. Den ersten Schritt macht das soziale Netzwerk schon jetzt.

Seinen Angriff auf Netflix und Co beginnt Facebook mit einer Anpassung des Webseitendesigns. Am Donnerstag wurde damit begonnen, den Menüpunkt "Video" auf den Profilseiten der User durch den neuen Eintrag "Watch" zu ersetzen. Dort werden den Nutzern Serien vorgeschlagen, derzeit aber noch keine Eigenproduktionen. Zu den Herstellern der zu Beginn angepriesenen Inhalte gehören unter anderem BuzzFeed, Tastemade, ATTN und Condé Nast, wie Business Insider berichtet. Die Änderung hat Facebook am Mittwoch angekündigt. Vorerst soll die neue Funktion nur einer "eingeschränkten Gruppe von Nutzern in den USA" zur Verfügung stehen, man plane aber "schon bald mehr Leuten Zugang zu gewähren", schreibt Facebook.

Zukunft

Facebook will durch den Einstieg in die Content-Produktion und das Streaming-Geschäft verhindern, dass junge Menschen der Plattform den Rücken kehren. Zudem baut das soziale Netzwerk darauf, dass die Werbeindustrie hier in Zukunft viel Geld investieren wird. Inhalte soll auch die Community beisteuern können, wie Mark Zuckerberg kürzlich erwähnt hat. Die Inhalte sollen aus verschiedenen Genres kommen, von Comedy bis zu Sport-Liveübertragungen soll alles dabei sein. Der neue Watch-Menüpunkt soll dabei als zentraler Einstiegspunkt dienen. Hier können Nutzer durch Anpassung der Präferenzen mitbestimmen, welche Inhalte ihnen vorgeschlagen werden.

Zudem werden Vorschläge auf Basis der meistgesehenen Videos und der Vorlieben der Freunde gemacht. Am 28. August soll das Angebeot deutlich ausgebaut werden, mit rund 40 neuen Shows und Serien. Für die Rechte hat Facebook kräftig investiert. Längere Formate können schnell einige Millionen Dollar kosten, die kurzen Shows sollen zwischen 5000 und 20.000 US-Dollar gekostet haben. Mit Werbeeinschaltungen verdientes Geld wird zwischen Facebook und Contentpartnern aufgeteilt. Techcrunch berichtet, dass externe Hersteller hier 55 Prozent der Einnahmen bekommen.