Digital-Life 18.01.2018

Wie Bots den Bitcoin-Preis um 566 Prozent steigerten

Wie Bots den Bitcoin-Preis um 566 Prozent steigerten
© REUTERS/DADO RUVIC

Eine Analyse von Wirtschaftsforschern kommt zum Schluss, dass das Bitcoin-Ökosystem anfällig für Kursmanipulationen ist.

Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse in einem Fachartikel in der Zeitschrift "Journal of Monetary Economics" veröffentlicht. Darin heißt es, dass der Bitcoin-Markt im analysierten Zeitraum im Jahr 2013 von einem oder zwei großen Investoren manipuliert wurde. Ende 2013 stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb von zwei Monaten von 150 auf über 1000 US-Dollar, wie techcrunch schreibt.

"Unser Artikel zeigt und analysiert den Einfluss verdächtiger Handelsaktivitäten auf der Bitcoin-Börse Mt. Gox. Dabei haben die beteiligten Akteure rund 600.000 Bitcoin im damaligen Wert von etwa 188 Millionen US-Dollar auf betrügerische Weise an sich gebracht", schreiben die Forscher. In den untersuchten Zeiträumen stieg der Bitcoin-Kurs in US-Dollar an Tagen, an denen verdächtige Transaktionen verzeichnet wurden, durchschnittlich um vier Prozent. An Tagen ohne Verdachtsmomente fiel der Kurs dagegen leicht.

Bots als Handlanger

Die Analyse der Forscher kommt zum Schluss, dass diese verdächtigen Transaktionen für den Preisanstieg Ende 2013 verantwortlich waren. Möglich waren diese Manipulationen, weil der Bitcoin-Markt wenig Volumen hatte. "Trotz großer Zuwächse bei der Marktkapitalisierung waren die Märkte für Bitcoin und andere Kryptowährungen sehr dünn. Die Zahl der Kryptowährungen ist von damals etwa 80 auf heute 843 gestiegen. Viele dieser Märkte sind auch heute dünn und deshalb anfällig für Manipulationen", schreiben die Forscher.

Die Manipulationen selbst wurden hauptsächlich mithilfe von Bots bewerkstelligt. Vor allem zwei solche Handelsbots, genannt Markus und Willy, handelten mit Bitcoin, die ihnen nicht gehörten. Während des Hacks, der Mt. Gox schließlich in die Knie zwang, konnten solche Bots, gefälschte Handelsvorgänge durchführen und so Millionengewinne einstreifen und gleichzeitig den Kurs manipulieren.

"Die offiziell gemeldeten Transaktionsvolumina von Mt. Gox inkludierten die gefälschten Geschäfte, wodurch der Markt das Signal bekam, dass große Investitionen gemacht würden. Selbst wenn die Fake-Geschäfte herausgerechnet werden, zeigt sich, dass die Transaktinsvolumina an Tagen, an denen die Bots aktiv waren, auf allen Bitcoin-Börsen höher waren als bei Inaktivität", heißt es im Artikel. Potenzielle Investoren sollen sich bewußt sein, dass Kryptowährungen sehr anfällig für Manipulationen seien.

(futurezone) Erstellt am 18.01.2018