Digital Life 26.01.2018

Wie Pump-Groups die Krypto-Preise manipulieren

© Bild: APA/AFP/DANIEL ROLAND

Um möglichst einfach Gewinne einzustreichen, verabreden sich Pump-Groups um Preise zu manipulieren. Die meisten Teilnehmer steigen allerdings mit Verlusten aus.

" Pump Announcement: Montag 15. Jänner, 8 p.m. GMT, Exchange: Cryptopia" - So die kurze Ankündigung wo und wann der nächste Pump stattfinden wird. Als Kommunikationskanal für solche Bekanntgaben werden Telegram-Gruppen genutzt, die zum Teil mehrere Tausend Mitglieder haben.

Um punkt 21:00 Uhr MEZ wird dann in der entsprechenden Telegram-Gruppe das Trading-Kürzel des Coins verkündet, dessen Preis nach oben getrieben werden soll; in diesem Fall CMP. Die Instruktionen sind selbstredend: CMP-Coins kaufen, halten und warten bis der Preis steigt, dann rasch wieder verkaufen und die Gewinne einstreichen.

1860 Prozent Zunahme

Wie anhand der entsprechenden Charts zu sehen ist, funktionieren die organisierten Pumps tatsächlich. Der CMP-Coin hat durch das abgesprochene Preistreiben eine 19-fache Steigerung des Preises hingelegt. Konkret ist der Preis pro Coin von 0,001052 BTC auf 0,0206201 BTC gestiegen, was einer Zunahme von 1860 Prozent entspricht. Nachdem die Pump-Gruppe wieder abgezogen ist, ist der Preis des Coins jedoch schnell wieder auf den Ausgangspreis gefallen.

Klar ersichtlich, der Pump
© Bild: Screenshot

Die Vorgangsweise derartiger Pump-Groups klingt verlockend: quasi im Vorübergehen mal schnell ein paar Gewinne einstreichen. Doch die ganze Sache hat einen großen Haken, wie in zahlreichen Postings unter anderem auf Reddit erläutert wird.

Die einzigen Gewinner von dieserart organisierten Preis-Manipulationen sind diejenigen, die die Pumps ins Leben rufen, da sie einen wesentlichen Informationsvorsprung haben. Wenn das Trading-Kürzel des Coins, den es zu kaufen gilt, veröffentlicht wird, haben die Organisatoren den entsprechenden Coin bereits längst gekauft. Und zwar schrittweise über längere Zeit, um möglichst nicht aufzufallen. Denn die ausgewählten Coins sind nahezu unbekannt und haben ein 24h-Trading-Volumen, das lediglich im vierstelligen Dollar-Bereich bewegt.

Die meisten werden verlieren

Wenn nun die Mitglieder der Pump-Group beginnen, den Coin zu kaufen und der Preis steigt, müssen die Organisatoren lediglich den richtigen Zeitpunkt abwarten, um den Coin zu verkaufen. Damit sie den Coin noch loswerden könne, müssen sie ihre Anteile abstoßen, solange die Mitglieder der Pump-Group den Coin noch kaufen. Andernfalls werden sie keine Käufer mehr finden.

Und genau das wird den meisten passieren, die bei derartigen Pumps mitmachen: Durch den Informationsnachteil wird der Großteil der Pump-Group-Mitglieder den Coin zu einem bereits erhöhten Preis kaufen. Wer schnell wieder aussteigt, könnte eventuell noch ein bisschen Gewinn mitnehmen. Wer ein bisschen zu lange wartet, wird auf den Coin sitzen bleiben, da plötzlich alle versuchen werden, den Coin abzustoßen. Viele werden vermutlich sogar einen Verlust machen, wenn der Preis nach dem Pump wieder auf das Ausgangsniveau fällt.

Nicht teilnehmen

Vor einer Teilnahme an derartigen Preistreibereien kann eigentlich nur abgeraten werden. Wer sich einen solch organisierten Pump dennoch mal live ansehen möchte, muss nur den Telegram-Gruppen Smashing Pumpkings, WhalePump Reborn oder Supreme Pumps beitreten und warten bis ein neuer Pump angekündigt wird.

( futurezone ) Erstellt am 26.01.2018