Digital Life
29.10.2015

Wien Energie rechnet mit Boom bei E-Autos

Das neue Energieeffizienzgesetz wird laut Wien Energie dazu beitragen, dass sich E-Fahrzeuge in Österreich durchsetzen könnten. Bis zum Jahr 2017 könnten es 23.000 sein.

Aus einem Bericht des Umweltbundesamts geht hervor, dass sich die Zahl der E-Autos und Hybridmodellen von 4700 auf rund 23.000 im Jahr 2017 erhöhen wird. Bis zum Jahr 2020 soll der Flottenbestand aus E-Autos und Hybridmodellen auf 174.000 steigen, so die Schätzung des Umweltbundesamts.

Anreize

Wien Energie-GmbH-Geschäftsführer Thomas Irschik sieht im Energieeffizienzgesetz den ersten Schritt in diese Richtung. Im Energieeffizienzgesetz sind nämlich auch alternative Einsparungen als anrechenbare Maßnahme vorgesehen. Zudem kommen ab 2016 einige steuerliche Erleichterungen wie beispielsweise die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug für Firmenautos. Man sei zuversichtlich, dass es mit dem Energieeffizienzgesetz einen weiteren Anreiz geben werde, um den Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen, so Irschik.

Ursprünglich war im Rahmen der E-Mobilitätsinitiative der Regierung einmal die Rede von bundesweit 250.000 Elektrofahrzeugen bis 2020. Das sah der ambitionierte Plan des früheren Umweltministers Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vor. Bei Wien Energie hält man eher die Zahl des Bundesumweltamts von 174.000 Fahrzeugen bis 2020 für realistisch. Bis Ende Mai 2014 waren in Österreich abergerade einmal 3765 strombetriebene Fahrzeuge ( Autos und Kleinlader) zugelassen, jetzt sind es 4700.

Ladestationen und Batterien

Irschik nannte zwei wesentliche Themen, die wichtig sind, um den Roll-Out von E-Autos voranzutreiben: Die Batteriereichweite, die aktuell durchschnittlich bei 200 Kilometern liege und bei Spitzenmodellen 400 bis 500 Kilometer erreiche, sowie die Ladestationen. Aktuell gebe es österreichweit 1.800 Ladestationen. Im Großraum Wien betreibt die Wien Energie derzeit 60 Standorte mit mehr als 350 Ladestationen. Die futurezone hat diese bereits vor einiger Zeit getestet.

Das Umweltbundesamt regt noch weitere Anreize an, wie etwa eine Befreiung von der Normverbrauchsabgabe, oder das Vorantreiben der Standardisierung der Ladeinfrastruktur und der Abrechnungssysteme.

Auch E-Taxis am Vormarsch

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts, unter anderem mit Wiener Stadtwerken, Wirtschaftskammer, Taxiunternehmen und Forschungseinrichtungen, sollen 2016 bis zu 120 strombetriebene Fahrzeuge auf Wiens Straßen unterwegs sein, 2017 sollen es bis zu 250 Taxis sein.

Ende 2014 sei der Anteil von Pkw mit alternativen Antriebsformen wie Strom, Erdgas oder Hybridvarianten am gesamten Fahrzeugbestand von rund 4,7 Millionen Fahrzeugen bei 1,5 Prozent gelegen.