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Digital Life
06/29/2017

Wiener Klagsplattform sammelt Unterstützer gegen Google

Nach der Rekordstrafe gegen Google sucht der Verein Cobin claims Personen und Unternehmen, denen nachweislich durch den Google-Preisvergleich ein Nachteil entstanden ist.

Die im März gestartete gemeinnützige Klagsplattform Cobin claims will aufgrund der kürzlich erfolgten Milliarden-Rekordstrafe gegen den US-Internetkonzern Google nun betroffene Unternehmen und Privatpersonen gemeinsam vertreten. Die Plattform startet damit ihre erste Sammelaktion.

Vorwurf: Zu teuer gekauft

Die EU-Kommission brummte Google am Dienstag die mit Abstand höchste Geldstrafe gegen ein einzelnes Unternehmen wegen Missbrauchs seiner Marktmacht auf und droht mit weiteren Verfahren. Der US-Internetkonzern müsse 2,42 Mrd. Euro Strafe zahlen, weil er seine marktbeherrschende Stellung mit seinem Preisvergleichsdienst missbraucht habe, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Cobin Claims verweist darauf, dass laut dem Strafbeschluss der EU-Kommission auch Endkunden geschädigt sind: Sie hätten Produkte, die man googlen kann, zu teuer gekauft. Um diese Einzelfall-"Streuschäden" in teilweise sehr geringer Höhe will sich Cobin kümmern. Auch seien vor allem kleinen und mittleren Unternehmen durch die Google-Preisvergleichsdienste Markteintrittshürden auferlegt worden, weil keine adäquate Produktpräsentation im Internet möglich war, so die Klagsplattform.

Interessenten gesucht

Im Sommer sammelt der Verein über seine Website nun Interessenten an einer Aktion gegen Google. Anschließend werden den Teilnehmern verschiedene Handlungs-Alternativen angeboten, ihre Ansprüche durchzusetzen. Die Klagsplattform arbeitet nach eigenen Angaben nicht gewinnorientiert.