Digital Life
08.08.2013

Wiener Polizei sucht Verdächtige über Facebook

Ab Freitag will die Landespolizeidirektion Wien Fahndungsbilder im Social Network veröffentlichen. Dadurch erhofft man sich, Flüchtige schneller zu fassen, Vermisste schneller zu finden und mehr Beweise gegen bereits verhaftete Straftäter sammeln zu können.

Bisher legte die Wiener Polizei ihren Facebook-Schwerpunkt auf Information und Prävention. Neben Sicherheitstipps fand man Links zu Bürgerservicestellen und Informationen über Veranstaltungen der Polizei. Ab Freitag, den 9. August 2013 sollen aber auch Fahndungsfotos gepostet werden, samt einer Beschreibung der jeweiligen Straftat und einem Link zur jeweiligen Fahndungs-Webseite der Landespolizeidirektion Wien.

Zu jedem Fall werden Informationen zu den ermittelnden Beamten und Telefonnummern für Hinweise bekannt gegeben. Facebook-Freunde der Wiener Polizei können die Fahndungsfotos teilen und die Personensuche damit per Schneeballprinzip ausweiten. Mehr Details zur neuen Facebook-Fahndung der Wiener Polizei finden Sie auf KURIER.at.

Erinnerungen
Durch Fahndungsfotos im öffentlichen Raum hatte sich die Wiener Polizei im Vorjahr einen Big Brother Award eingehandelt. Von Jänner

waren auf mehreren Bahnhöfen in Wien Fahndungsfotos auf den Infoscreens des Unternehmens Digilight gezeigt worden. Kritisiert wurde dabei, dass Vermisste und Verdächtige vermischt gezeigt worden waren.

Außerdem sei durch die Aktion Bahnreisenden das Bild vermittelt worden, dass Österreich ein unsicheres Land sei. Der Ausbau von Überwachungsmechanismen sei dadurch implizit beworben worden. Der tatsächliche Erfolg der veröffentlichten Fahndungsfotos war ebenfalls umstritten. Die Polizei kündigte jedoch bereits im Vorjahr an, auch in Zukunft "jede Möglichkeit der Fahndung" ausnutzen zu wollen.

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