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Digitaloffensive Wiener Staatsoper baut Streaming aus.

Die Wiener Staatsoper setzt auf das Web.
Die Wiener Staatsoper setzt auf das Web. - Foto: © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Zu kostenpflichtigen Live-Streams gibt es im "Ersten Haus am Ring" künftig auch eine Partituren-App. Im Web präsentiert sich die Oper auch mit einer 360-Grad-Panormatour.

Bisher wurden drei Vorstellungen der Wiener Staatsoper via Web live übertragen. “Wir haben in Zwischenzeit vieles getestet, Feedback eingeholt und einige Details verbessert”, erklärt Projektleiter Christopher Widauer. So wurden etwa Stabilität und Usability verfeinert. Bis Ende der Spielzeit 2013/2014 ist geplant, noch zehn weitere Aufführungen zu streamen – ab Frühjahr 2014 sogar in UHD (Ultra High Defintion).

“Kunst kostet was – auch im Internet”

Um in den Genuss der Opernvorstellungen zu kommen sind pro Livestream 14 Euro zu bezahlen. Aufzeichnungen on-demand abzurufen, kostet fünf Euro. Wie zu erfahren war, gab es bei den ersten Übertragungen im Durchschnitt etwas mehr als 300 zahlende Zuseher. Das On-Demand-Angebot wurde bisher von ungefähr 150 Kunden genutzt, wobei die “virtuellen Opernbesucher” über den gesamten Globus verteilt sind. “Von den Einnahmen geht ein vernünftiger Teil an die Künstler. Deutlich mehr als mit verkauften DVDs”, versichert Widauer.

Die Benchmarks für die Zukunft sind hoch gesteckt: “In dieser Saison sind wir mit ein paar hundert Zuschauern pro Übertragung zufrieden. Für die kommende Spielzeit erwarten wir Spitzen bei 1500 Zusehern und in der übernächste Saison soll sich der Schnitt bei 1500 Livestream-Zuschauern einpendeln”, so Widauer.

Um den Bekanntheitsgrad des Streaming-Angebots zu erweitern, arbeitet die Staatsoper eng mit dem Technologiepartner Samsung zusammen. So ist in einigen Ländern die Staatsopern-App auf Samsung SmartTVs bereits defaultmäßig integriert. Vor allem im musikbegeisterten ostasiatischen Raum erhofft man sich dadurch zunehmende Bekanntheit und deutliche Zuwächse. 

Fit die Zukunft

Ab sofort steht eine Second-Screen-App zur Verfügung auf der Untertitel in verschiedenen Sprachen eingeblendet werden und außerdem wird damit das synchrone Mitlesen der Partitur ermöglicht. Zum Teil kommen dabei Originalpartituren der Komponisten zum Einsatz. Um eine Bild-Ton-Schere zu vermeiden, wird die Second-Screen-App per Audio-Watermarking synchron gehalten.

Streaming-Portal staatsoperlive.com, Projektleiter…
Projektleiter Christopher Widauer bei der Präsentation - Foto: Eckharter Rainer, KURIER - Eckharter Rainer, KURIER

Um die digitale Präsenz weiter zu stärken, wurde die Staatsopern-Website um eine aufwändige 360°-Panoramatour ergänzt. Die Bilder, die einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen gewähren, stammen von Thomas Bredenfeld und wurden mit einer Auflösung von bis zu einem halben Gigapixel aufgenommen. 

Das Staatsopern-Livestreaming mit all seinen Zusatzangeboten wird als langfristige Strategie gesehen: “So intensiviert das Haus am Ring seine internationale Strahlkraft und baut seine Bedeutung als eines der führenden Opernhäuser der Welt aus”, hieß es bei der Pressekonferenz. 

(futurezone) Erstellt am 18.12.2013, 17:32

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